18.11.2014

Über die Renaissance der Nazi-Sprachkultur in Deutschland

Inhaltsangabe
Nazi-Rethorik in Bezug auf Putinversteher
Nazi-Rethorik in Bezug auf Asylgegner
Rückblick: Strauß - Verunglimpfung von Studenten als Nazis
Nazi-Rhetorik von Frau Petry (AFD)?

Diese Inhaltsangabe und Artikel werden bei aktuellen Anlässen erweitert.

Der Autor findet es besorgniserregend, wenn Presse und Politiker Anleihen aus der Sprachkultur der Nazis machen. Deshalb werden aus Verantwortung aus der Geschichte hier solche Phrasen aufgegriffen und dokumentiert.

Mögen auch "hehre Ziele" aus Sicht der Anwender/-innen bei der Verwendung  unbestritten im Vordergrund stehen, so rechtfertigt nach meiner Ansicht nicht dieses die Verwendung von diesen menschenverachtenden Wörtern.


Nazi-Rethorik in Bezug auf Putinversteher


Diesmal brüskierte sich also NTV über die "Zersetzung" als Stasi-Methode (http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Putin-will-den-Westen-zersetzen-article13979246.html), die der russische Präsident Putin in den Nachbarstaaten betreibt. U. a. wird dort auf Serbien in einem Hyperlink hingewiesen, welches der Betrachter aus dem Kontext als Beispiel für die "Zersetzung" mal näher beleuchtet (http://www.n-tv.de/politik/Serbien-waere-als-Naechstes-dran-article13978171.html).

Also, wie sieht denn die grausame "Zersetzung" in Serbien denn diesmal nun aus, nachdem Deutschland Serbien dreimal im letzten Jahrhundert mit Kriegsmitteln befriedete (Weltkrieg I, II und Schröder-Regierung ohne UN-Mandat)?

Erstmal wird nah Angaben von NTV ein russisches verkapptes Kulturzentrum als Zentrum der verkappten Indoktrination entlarvt, welches natürlich viel schlimmere Auswirkungen haben könnte, als die amerikanischen NGO`s, die in der Ukraine den ehrenhaften Putsch gegen die Regierung aus westlicher Sicht einleiteten.

Dann geht es zur Sache in einem Vollzitat aus n-tv: "Die Versuchungen für Serbien sind groß: Russland kommt nicht mit einem Flugzeug voll Mittelständlern, die hohe Ansprüche haben, sondern investiert auf einen Schlag 800 Millionen Euro in das serbische Schienennetz - ganz ohne schmerzhafte Strukturreformen zu fordern, wie es die EU stets tut."   

Aha, da kommen wir also zur Kern der Sache. Herr Gabriel macht also eine Reise mit Unternehmern nach Serbien, um im Rahmen des Konkurrenzwettbewerbes zweier Systeme ein Angebot zu unterbreiten sich für das System des Bauern Jones zu entscheiden, während die Schweine der Animalfarm mit konkreten Hilfeversprechungen mit nur einer Gegenleistung locken - Tretet nicht dem Farmsystem der Kapitalisten bei und schwört uns Treue bis in den Tod ist dann wohl das Motto.

Die Serben, deren Regierung sich im Jugoslawienkrieg in der Tat schweinisch benahmen, sollen sich nun also entscheiden: Entweder Ihr seid Teil der Zersetzungsstrategien Putins oder dürft Euch bei uns in Freiheit verschulden und Euren Lebensstandard auf griechisches Niveau anpassen.

Zudem bietet Putin die Option auf Montenegro an...lesen Sie sich doch bei Wikipedia mal die Geschichte von Serbien selbst durch, Profis fühlen sich sonst von ellenlangen Zitaten hier überfordert...

Was entsetzt den Autor denn nun über die Zersetzung an diesem Beispiel?

Aus russischer Sicht dürfte es doch eher der freie Westen sein, der hier "zersetzt", aber statt dessen ist es doch einfacher in den Spiegel zu sehen und dort das Gesicht von Herrn Putin wiederzufinden...

Mensch, die Serben haben eine kyrillische Schrift, sind von der Mentalität und Kultur her Russland eher zugewandt und das Putin auch seinen Schutzschirm als Gegengewicht zur vorrückenden Nato vergrößern will, dürfte doch verständlich sein.

Merke: Alles, was sich gegen den Aufbau der NATO richtet, ist erstmal "Zersetzung". Man könnte doch auch sagen: Aufbau eines neuen panslawischen Paktes...

Herr Putin gibt wie der Westen dafür Versprechungen und Hilfezahlungen - und das wird dann als Zersetzung im Westen angesehen...Hey, da marschieren keine Truppen auf , der Westen gab den Serben in diesem Jahrtausend auch schon mit der Reisefreiheit Geschenke, aber das heißt dann bei uns wohl Demokratisierung...Wo ist denn der unterschied, wenn sich ein Staat nun denn frei für Russland oder die Nato entscheidet, solange die Regierung wie in der Ukraine nicht nachweislich gestürzt wurde? An dem Putsch hatte die westliche Welt nachgewiesen einen Anteil, allein schon bei der Vorstufe zur Androhung von Sanktionen, Kapital der Amerikaner an die NGO`s, Beschlagnahme der plötzlich gefundenen Konten der alten Machthaber....

Dann wieder diese Begrifflichkeit "Zersetzung". Ein Blick in Wikipedia enthüllt schnell den Ursprung des Wortes "Zersetzung",

"Zersetzung der Wehrkraft (kurz Wehrkraftzersetzung) war die Bezeichnung für einen grundsätzlich[1] mit Todesstrafe bedrohten Straftatbestand im nationalsozialistischen Deutschland, der 1938 in der Kriegssonderstrafrechtsverordnung (KSSVO) neu gefasst[2] und kurz vor Kriegsbeginn am 26. August 1939 im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wurde. Zu den aufgeführten Tatbeständen gehörten Kriegsdienstverweigerung, defätistische Äußerungen und Selbstverstümmelung."

Im § 5 wird dann unter anderem beschrieben: "Der § 5 der Kriegssonderstrafrechtsverordnung definiert als Straftäter, wer „den Willen des deutschen oder verbündeten Volkes zur wehrhaften Selbstbehauptung zu lähmen oder zu zersetzen sucht.“ Es gab kaum eine kritische Äußerung, die nicht in diesem Sinne als Wehrkraftzersetzung gedeutet werden und damit zum Todesurteil führen konnte."

Der Autor unterstellt nicht, dass NTV diesen Zersetzungsbegriff meinte, sondern wie im Artikel beschrieben den Zersetzungsbegriff von der Stasi meinte, aber im nicht entnazifizierten kollektiven Unterbewusstsein ist Zersetzung bis 1998 zumindest auch in West-Deutschland ein deutlich definierter Begriff, der frei nach der Totalitarismustheorie eben für Hitlerdeutschland auf der westlichen Seite Deutschlands steht und für Stalinismus bzw. Stasikultur auf der anderen Seite.

Beides ist schlimm, aber Putins Staat als stalinistisch anzusehen, schießt doch ein wenig über das Ziel hinaus, auch wenn es seit Beginn der Ukraine-Krise gern so verwendet wird .

Was hat das nun mit der Zersetzung durch Putin in Serbien zu tun?

Nun, es gibt Webseiten in Deutschland, die aus westlicher Sicht oder zumindest in der Zeitung Welt nach deren Ansicht als "fünfte Kolonne" einen "Dolchstoß" durchführen (siehe letzter Artikel über die Zeitschrift Welt und dessen Kommentierung), wozu dann nach Aussage von der Welt der Programmbeirat der ARD und eben der christliche Autor dieser Webseite dann wohl dazu gehören.

Mit jedem Artikel dieser Webseite "zersetzt der Autor den freien Westen (und in der Rhetorik macht sich kein Mensch die Mühe Zersetzung nach Wehrmacht oder Stasiart zu unterscheiden) und muss sich nicht wundern, wenn er eines Tages wegen  
"defätistischer Äußerungen" nicht vor Gott, sondern vom Rechtsnachfolger des dritten Reiches verantworten muss.

Nur so als Frage -es heißt in Wikipedia: "Im Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege (NS-AufhG) vom 25. August 1998 (BGBl I, S. 2501)[23] wird Bezug auf die Kriegssonderstrafrechtsverordnung genommen. Als „verurteilende strafgerichtliche Entscheidungen, die unter Verstoß gegen elementare Gedanken der Gerechtigkeit“ ergangen sind, wurden somit alle Urteile wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ pauschal aufgehoben. Individuelle Entschädigungsansprüche sind mit der Aufhebung der Unrechtsurteile nicht verbunden."

Alle Urteile wurden also aufgehoben, aber bestehen die Gesetze der Wehrmacht nun eigentlich weiter oder nicht? Es wird leider nicht ausdrücklich gesagt, dass die Gesetze der Wehrmacht aufgehoben wurden, sondern nur die Urteile...

Es brauchte bis 1998, bis man einen pauschalisierten "Gnadenerlass" ohne Entschädigung richterlicherseits erließ. Da nun Buße für die alten Sünden durch sich selbst begangen wurde, so könnte man nun bis zur nächsten Buße wieder Schuld auf sich laden...

Die rhetorische Dämonisierung von Putin ist also auch immer ein wenig die Dämonisierung der Menschen im eigenen Land, die sich nicht vorbehaltlos hinter Deutschland und der Nato stellen sondern kritisch und ausgewogen im freien Geiste die Situation bewerten. Die aus ihrem Gewissen heraus eine "Kriegspolitik" ablehnen.

Ich fühle mich im eigenen Land mit jedem Satz den ich hier schreibe mit Worten aus Nazideutschland konfrontiert: "Dolchstoß" und "Zersetzung" sind für mich dabei die schlimmsten Wörter, da beide eben Teil einer Ideologie sind, die in dieselbe Richtung gehen.

Ich bin kein Mitglied der fünften Kolonne, sondern ein Christ, der seine Meinung im Sinne des Grundgesetzes unter dem Schutz der Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit äußert.

Der Ton im Westen lässt auf weitaus schlimmeres schließen, als sich Menschen das jetzt vorstellen können...und die Avantgarde ist eine scheinbar nicht mehr gut reflektierte Presse.

Also Liebe Medien, insbesondere Welt und Focus: Wenn Ihr Artikel mit Überschriften wie "Merkel warnt vor Flächenbrand" gestaltet, dann wirft der Autor dieser Webseite Euch vor, dass ihr teilweise übelste Nazi-Rhetorik aus einer harmlosen Rede mach, denn Frau Merkel warnte im O-Ton vor einem Flächenbrand, wie er 1914 entstand, weil nicht mehr kommuniziert wurde:

Frau Bundeskanzlerin Merkel formulierte das in der Rede so: "...Aus einer zunächst regionalen Krise auf dem Balkan wurde innerhalb weniger Wochen ein Flächenbrand.

Was damals geschah, das können wir nicht ungeschehen machen. Aber wir können und, ich sage, wir müssen die richtigen Lehren daraus ziehen. 1914 verdrängten nationale Selbstgefälligkeit und kalte militärische Logik verantwortungsbewusste Politik und Diplomatie. 2014 hingegen streben wir in Europa nach Dialog und friedlichen Lösungsansätzen – mögen sich Verhandlungen auch noch so schwierig gestalten. ..."

Nachtrag 17.12.2016: Die Kanzlerrede wurde in Sydney gehalten und ist somit nicht in den Archiven des Bundestages. Da es ein historisches Dokument ist, wurde die Rede im O-Ton von der Zeit übernommen und wurde hier archiviert, wobei der Quelle dem Vorzug zu geben ist..

Wenn unsere Bundeskanzlerin nun auf einen Flächenbrand in Europa hinweist, dann sollte Sie gerne Mal in einer von vielen Reden Adolf Hitlers Reden stöbern, Zitat, Adolf Hitlers Rede vor dem deutschen Chor vom 22 Juni 1941:

"
Allein seit über zwei Jahrzehnten hat sich die jüdisch-bolschewistische Machthaberschaft von Moskau aus bemüht, nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa in Brand zu stecken. Nicht Deutschland hat seine nationalsozialistische Weltanschauung jemals versucht, nach Rußland zu tragen, sondern die jüdisch-bolschewistischen Machthaber in Moskau haben es unentwegt unternommen unserem und den anderen europäischen Völkern ihre Herrschaft aufzuoktroyieren, und dies nicht nur geistig, sondern vor allem auch militärisch machtmäßig.
"
Sehen Sie Frau Bundeskanzlerin Merkel, auch Adolf Hitler wusste wer, den "europäischen Flächenbrand" legte und bot dazu eine "Alternative" wie man ihn bekämpfte...

Der Versuch, sich in Ihrer Rede vom Kaiserreich zu distanzieren mit den Worten "
1914 verdrängten nationale Selbstgefälligkeit und kalte militärische Logik verantwortungsbewusste Politik und Diplomatie. 2014 hingegen streben wir in Europa nach Dialog und friedlichen Lösungsansätzen – mögen sich Verhandlungen auch noch so schwierig gestalten. ..." wirft natürlich die Frage auf, ob eine Sanktionspolitik nicht ebenso Öl ins Feuer gießen gleichzusetzen ist. Was haben Sie denn nun aus 1914 gelernt...?

Dann bräuchte man nur noch jüdisch-bolschewistisch durch stalinistisch und nationalistisch durch demokratisch ersetzen und fertig ist ein Artikel über die Begründung für den Weltkrieg III, wie Sie ihn dann in Teilen der deutschen Medienlandschaft ungefähr so lesen könnten:

"
Allein seit über zwei Jahrzehnten hat sich die stalinistische Machthaberschaft von Moskau aus bemüht, nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa in Brand zu stecken. Nicht Deutschland hat seine demokratische Weltanschauung jemals versucht, nach Rußland zu tragen, sondern die stalinistischen Machthaber in Moskau haben es unentwegt unternommen unserem und den anderen europäischen Völkern ihre Herrschaft aufzuoktroyieren, und dies nicht nur geistig, sondern vor allem auch militärisch machtmäßig."

Der Autor mag zwar kleinlich wirken, aber Adolf Hitler begründete vor der Wehrmacht in Afrika zwei Jahre nach Beginn des zweiten Weltkriegs den Ausbruch des zweiten Weltkrieges mit einer Brandstiftung durch Russland  und Frau Bundeskanzlerin Merkel hält es nötig durch die Blume gesagt in Friedenszeiten darauf hinzuweisen, dass bereits vor beim ersten Weltkrieg ein Flächenbrand aus einem Konflikt entstand, aus dem man seine Lehren ziehen müsse.

Dann ist Frau Bundeskanzlerin Merkel nun nach Adolf Hitler die dritte Regierungschefin, die sich mit einem (Flächen-)Brand in Europa auseinandersetzt, an dem immer die anderen Schuld sind - genug Vorlagen zur Lösung des Problems liegen zumindest vor...

Nach der Brandstiftung des Reichstags wurde bekanntlich eine Notverordnung erlassen und die ersten Konzentrationslager eröffnet.

Ein Wort zur Presselandschaft per se. Da wird dann in einer ellenlangen Rede eine Phrase herausgepickt, die man bei genauer Betrachtung mit der Nazi-Sprache in Verbindung bringen kann und sämtliche Medien Verbreiten diese Phrase in der Überschrift:

http://www.focus.de/politik/ausland/international-merkel-warnt-vor-grossem-flaechenbrand-durch-ukraine-krise_id_4278878.html
http://www.welt.de/politik/ausland/article134402550/Merkel-warnt-vor-Flaechenbrand-durch-Ukraine-Krise.html
http://www.bild.de/politik/ausland/angela-merkel/warnt-vor-flaechenbrand-wegen-ukraine-krise-38598106.bild.html

23.11.2014 Nachtag: Aha, auf einmal distanziert sich Herr Steinmeier... im Spiegel und man erinnert sich an Willy Brandt...

Dazu sollte man wissen, dass es schon ungefähre Absprachen gibt, was die Presse in den Meldungen schreiben darf und dann versteht der Bürger eher, warum der Autor dieser Webseite das als gezielte Manipulation ansieht...

Prima SPD, ihr begreift immer, wenn es schon fast zu spät ist und dann werdet Ihr entweder wie im Weltkrieg I ins Boot geholt oder Weltkrieg II aufgelöst, dass ist Eurer armseliges Schicksal...

Egal, die Betonung lag dann offensichtlich doch auf dem Flächenbrand und die folgenden Sätze gehen dann unter, mit denen man sich aus der Rhetorik von Weltkrieg I befreien wollte, vergaß aber geflissentlich, dass dieses mit fast derselben Rhetorik nationalsozialistischen Gründungsphrasen wie in Weltkrieg II geschah...


Klar, alle Beteiligten können sich herausreden: Die Kanzlerin wurde doch nur zitiert aus einer Rede in Bezug auf 1914 und es sollten doch nur Lehren aus dem Flächenbrand vor Weltkrieg I gezogen werden - NTV sprach doch nur bei genauerer Betrachtung über die "Zersetzung der Stasi", die Welt doch nur über irgendeinen "Dolchstoß" im Geiste Schillers, obwohl dann der nicht strafbare Begriff  "fünfte Kolonne" nicht angreifbar und ein harmloses Bild als Zitat, wie andere über Putin denken, stehen bleibt...

Ein Teil der Psychologen und Kommunikationswissenschaftlicher werden sich aber mit Sicherheit dem Autor anschließen, dass hier im Kontext eindeutig mit den schlimmsten Begriffen aus der Nazi-Zeit gespielt wird und das ist nicht hinnehmbar.

Beim einfachen Volk bleiben nur die Begriffe Zersetzung, Dolchstoß und Brandstifter als unausgesprochene Assoziation im Kopf hängen und auch jeder Mensch in Deutschland, der sich in Bild, Schrift oder Ton kritisch über den freien Westen äußert, ist dann mit diesen Begriffen als "Teil der fünften Kolonne" assoziiert.

Mit den schwerwiegendsten Verbrechen aus der Sicht der Nazi-Ideologie, die allesamt mit dem Tode bestraft wurden. Ist das verantwortungsvoller Journalismus?
 

Sei es bewusst oder unbewusst, Putin wird zum Anlass genommen mit Begriffen zu arbeiten, die aus der grausamsten Epoche unserer Geschichte stammen und der Autor dieser Webseite zweifelt daran, dass aus solcher Rhetorik eine Friedenspolitik entstehen kann und Sie die reale Situation zutreffend beschreibt.

Zur Totalitarismus-Theorie:

In Wikipedia wird unter Beispiele für Totalitarismus ausdrücklich aufgeführt:
"Je nach Totalitarismus-Modell werden unterschiedliche Staaten als totalitär bezeichnet. Beispiele für häufig genannte Regime sind:

Faschismus:

    Deutsches Reich zur Zeit des Nationalsozialismus

Realsozialismus:

    Sowjetunion und deren Satellitenstaaten im Ostblock zur Zeit des Stalinismus

Umstritten ist in der Forschung, ob der Begriff etwa auf die DDR angewendet werden kann."

Richtig, der Autor dieser Abhandlung verbrachte seine Jugend von einer Mauer  umgeben im letzten Jahrtausend,  aber in der realen Politik wurde  kein Politiker der Sowjetunion als "Stalinist" bezeichnet.

Im Gegensatz dazu wird Putin laufend wechselseitig durch indirekte Zitate, Vergleiche oder manchmal lapidar direkt wechselseitig mit Hitler oder Stalin verglichen.

Klar  weißt Russland  partiell  Merkmale eines Unrechtsstaates auf, aber seriöse Medien  sollten davon Abstand nehmen, Putin als "Stalinist" zu verunglimpfen.

Warum? Totalitäre Systeme zeichnen sich auch dadurch aus, dass Sie Menschengruppen verächtlich machen. Beste Beispiel ist der oben beschriebene Artikel in der Welt, in dem ein Bild zitiert wird, dass einen russischen Soldaten als Vampir (Untoten, der Blut saugt) zeigt  und in eine  Landkarte mit Georgien beißt.

Der Autor erinnert die Schlacht um Berlin zwischen Nazis und Kommunisten vor der Machtübernahme. Dort bedienten sich beide Seiten  neben Gewalt auch solcher Plakate.

Wenn Putin also nun wechselseitig mit Hitler und Stalin verglichen wird, dann muss sich unsere Gesellschaft den Vorwurf gefallen lassen, dass wir Feindbilder mit der Strategie eines totalitären Staates aufbauen - quasi ein deutscher dritter Weg vom verbalen Totalitarismus hin zum totalitären Staat, wenn den verbalen Diffamierungen Taten folgen sollten  - oder wie soll man denn zukünftig mit der fünften Kolonne, die die Gesellschaft zersetzt, ihr einen Dolchstoß zufügt und einen Flächenbrand legt, in Zukunft umgehen?

In einer demokratischen Gesellschaft im kalten Krieg hatten wir Deutschen das nicht nötig, aber seit der Expansion in den Osten Europas und der Nato ist es dann legitim, wenn Putin mit den Massenmördern Hitler und Stalin assoziiert wird?

Ach ja, ich vergaß, Putin ist ja ein Brandstifter, nur komisch,  dass man dann  Serbien  als Beispiel heranzieht,  wo echte Brände - wenn auch vielleicht  als Revanche verdient - nur durch die Bomben der Nato-Angriffe ohne  Uno-Mandat zuletzt durch Europäer entstanden...Das war dann wohl keine "Zersetzung", sondern  Zerstörung aus edlen Motiven...
 
Von daher findet der Autor zumindest den scheinbar weit verbreiteten Sprachgebrauch in den Medien, an den eben genannten Beispielen nicht angemessen, da hier Begrifflichkeiten im Raum stehen gelassen werden, die für die Nazizeit zentrale Bedeutung hatten.


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16.11.2014

Die Welt, wie Sie nicht sein sollte

Ein weiteres Mal schafft es die Welt den Autor dieser Webseite ins Staunen zu versetzen - das Entsetzen über den dort betriebenen Journalismus bleibt schon seit einiger Zeit auf der Strecke:

Am 24.09.2014 schreibt die Welt also unter der Überschrift "Putins langer Arm reicht bis Gremien der ARD" mit teilweiser bis in die Nazi-Ideologie hineinreichender Propaganda in Wort und Bild über eine Verschwörungstheorie, dass der Programmbeirat bei seiner Kritik über die einseitige Berichterstattung in der Ukraine -Krise, ein ausführendes Organ Putins sei.

Highlights des Artikels: Ein "zitiertes Bild" aus Tiflis, in denen ein russischer Militär als Vampir Georgien aus der Landkarte herausbeißt...Solche Bilder haben in einer seriösen Zeitung bzw. deren Internetvertretung auch als Zitat nichts zu suchen.

Im dritten Reich wurden Menschengruppen genau mit Plakaten dieser "Machart" verunglimpft. Gerne zeigt der Autor den scheinbar unwissenden Journalisten der Welt solche Bilder. 

Dazu ein Text zur Erläuterung: " Der russische Neo-Imperialismus ist gefürchtet. Ein Vampir frisst Georgien auf - zu sehen auf einem Plakat in Tiflis. Vergleiche mit Hitlerdeutschland sind angesichts der andauernden russischen Truppenpräsenz in Georgien beliebte Motive auf Plakaten in der Hauptstadt Tiflis." Quelle: o. a. Weltartikel ohne Bild, das inhaltlich eher weniger mit der Ukraine-Krise zu tun hat.

Aha, Putin ist also ein Nazi? Und keine Distanzierung der Welt - das ist so ungefähr dann wohl nach deren undokumentierten Bekunden Ihr Gedankengut...

Als Fazit wird dann im Artikel die Meinung kundgetan:

"Da fühlt man sich doch – ganz passend zu Putins Restalinisierungspolitik – an sowjetische Geheimprozesse einer nur scheinbar überwundenen Epoche erinnert."

Also was ist denn Putin denn nun - Stalin oder Hitler? Beide Menschen sind verachtenswert und jeder hat Millionen von Menschenleben auf dem Gewissen.

Ein Vergleich mit Hitler wäre nach deutschem Recht im Straftatenbereich anzusiedeln - genau wie die Verächtlichmachung einer Volksgruppe in dieser Form - deshalb auch eben ein harmloses Zitat-Bild...

Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist wohl das neue Leitmotiv-Bild der Welt und dann wird im lockeren Nazi-Jargon über den Beirat philosophiert:

Unter dem Subtitel "Dolchstoß aus den eigenen Reihen" wird die Kritik aus dem Programmbeirat an der ARD abgehandelt.

Geht es nur dem Autor dieser Webseite so, dass er damit die "Dolchstoßlegende" aus dem dritten Reich assoziiert? Wer mit begriffen wie Stalinismus und Hitlerdeutschland um sich wirft, muss sich nicht wundern, wenn ein wenig psychologische Deutung dann Begriffe wie Dolchstoß gesunde Abwehrreaktionen hervorruft - insbesondere, wenn damit urgeschichtliche deutsche verbundene Wörter aus der Zeit und Ideologie des dritten Reiches stammen!

Die Welt ist also von einem Dolchstoß überzeugt - das lässt einen tiefen Blick in die Seele zu und nur so als kleine Anekdote sei am Rande erwähnt, dass es sich dabei um eine Legende handelte, bei der großen Legende wie der kleinen Legende in der Welt...

Denn die Beweisführung im Weltartikel begründet sich nur auf Vermutungen und Spekulationen. In Deutschland gilt die Unschuldsvermutung solange, bis der "Täter" mit eindeutigen Beweisen überführt ist. Begriffe wie "vermutlich", "mutmaßlich" sucht man hingegen vergeblich.

Die Zuschauerreaktionen sind von der fünften "Medienkolonne" organisiert, der Programmbeirat scheinbar ein Hort willenloser Putinanhänger und die seit Jahren bestehenden Regeln des Beirats allesamt per se verdächtig - so einfach wird dann ein Welt-bild kreiert.

Das umgekehrt Lügen, falsche Bilder und Berichte über die Newsticker im Minutentakt in der westlichen Welt ungeprüft in die Welt gesetzt werden, fällt dabei nicht ins Gewicht. Nicht falsch verstehen - beide Seiten bedienen sich erbarmungslos der Propaganda, aber deshalb darf jede Kritik nicht von einer scheinbar paranoiden Welt-Redaktion als Werk des verlängerten Arms Putins angesehen werden.

Freud hätte seine Freude an diesem Artikel gehabt, der diesen Artikel in einer Vorlesung über Projektion hätte einbringen können.

Die Welt sitzt nämlich mit der ARD in einem Boot, hat aber keinen Regulierungsmechanismus wie den Beirat in der ARD, der klar nach definierten Regeln in einem geheimen Verfahren einen Bericht erstellt, der dann veröffentlicht wird. Ein Richter verkündet sein Urteil auch erst am am Schluss, nachdem er sich mit den Schöffen "geheim" berät (zumindest beim Schöffengericht und der Autor kann an dieser Verfahrensweise keinen Verstoß erkennen) und da muss doch die Frage erlaubt sein, wer von einer gezielten Indiskretion des Urteils am meisten profitierte.

Es sieht eher so aus, dass genauso "ehrenwerte" pro westlich eingestellte Menschen den Programmbeirat eher "kalt erwischten". Davon profitierten Gegner wie Befürworter gleichermaßen.

Das sich die Programmbeiratsmitglieder nicht an den Pranger stellen lassen wollten und keine weiteren Stellungnahmen den "Scharfmachern" der Welt geben wollten, kann man verstehen oder sähe dann die Berichterstattung der Welt dann anders aus, als dass der Interviewpartner der verlängerte Arm Putins gewesen wäre?

Es soll eben nicht jedes Programmbeiratsmitglied demontiert werden und der Beschluss wird vom Programmbeirat in einem demokratischen Verfahren getragen. Die internen Redaktionssitzungen der Welt sind ja auch "geheim" und am Ende kommt dann zuweilen ein Artikel raus, der nicht ganz geglückt ist.

Da der Artikel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Redaktion vorgelegt wurde, kann man davon ausgehen, dass er den Geist des Hauses widerspiegelt und ich hoffe, dass es sich für den Springer lohnt, da die Dame (Chefredakteur oder Redakteurin)  ja aus Sicht der Welt Repressalien ausgesetzt wäre, also lieber im Zweifel einen Bauern opfern... - keine Sorge, wer sich der herrschenden Klasse dermaßen anbiedert, wird auch in Zukunft sicher leben, bei uns Kritikern sieht die Situation nicht so berauschend aus, wenn sich die Entwicklung im Umgang mit Andersdenkenden freien Menschen fortsetzt. Dann wird auf unser Wort nicht mehr gehört, weil wir den "Dolch im Gewande" tragen und die schlagen frei nach Schiller die Häscher im Bande...

Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den vorab veröffentlichten Geheimprotokoll gab es nicht, obwohl ein Hyperlink seitens der Welt dorthin gesetzt wurde.

War die Kritik denn nun berechtigt oder nicht? Der Autor vermutet jetzt mal, dass die Welt die Kritik der einseitigen Berichterstattung für "erstunken und erlogen" hält.

Ist ja auch logisch, da die Kritik von Putins Garden stammt, der Programmbeirat auf Grund seiner Verfahrensregeln verdächtig erscheint...

Wie darf der unbedarfte Bürger diesen Artikel deuten?

Wenn ich nicht Putin mit Hitler oder wenigstens Stalin vergleiche, dann habe ich das Recht verwirkt Kritik zu äußern oder bin der verlängerte Arm Putins.
Dann bin ich Teil der 5. Kolonne oder eines ihrer indoktrinierten Opfer. Dann bin ich Teil einer Dolchstoß-Legende...

Dann können meine Argumente noch so gut sein - ich bin Teil einer internationalen kommunistischen Verschwörung und dann geht es nicht um medias res, sondern um meine geheimen Verfahrensweisen, meine russischen Kontakte und es wird vermutet, dass ich meinem Vaterland einen Dolchstoß versetze.

Das ist der Beginn einer Hexenjagd und ein Geist, der jeglicher Anstandsregel seriösen Journalismus widerspricht.

Meine Kritik zusammengefasst:

1. Keine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kritik, obwohl dieses Kernthema sein müsste. Selbst wenn der Proteststurm arrangiert sein sollte, so müsste der als dann ziemlich naiv oder korrumpierte dargestellte Programmbeirat in seiner Urteilsbegründung aus dem Protokoll nicht zum selben Schluss kommen.
Der Programmbeirat überprüfte die Anschuldigungen und beschreibt ziemlich detailliert, wie viele Sendungen einseitig Stellung bezogen: Wo ist denn das Gegengutachten der Welt oder der ARD, das die inhaltliche Kritik in Frage stellt?


2.  Bedenklicher Umgang mit Begriffen wie Dolchstoß, Stalinismus und Hitlerdeutschland im Kontext. Das hat doch nichts mit dem heutigen Russland, Ukraine oder Krim zu tun.  

3. Vermutungen statt Tatsachenbehauptungen in diesem konkreten Fall. Man kann nur darüber berichten, was man recherchierte. Bringt gerne Belege über den Einsatzbefehl für diese demagogische Agitation russisch ferngelenkter Programmzuschauer der ARD,  Bestechungsgelder der Mehrheit des Programmbeirates oder deren Verbindungen zur russischen Unterwelt. Das wäre dann richtiger Enthüllungsjournalismus, die dargebotene Beweisführung ist hingegen eher kläglich.

Aber ein ganzes Bündel von Anschuldigungen ohne einen konkreten Hinweis ist wahrlich kein Aushängeschild für die Recherchearbeit der Welt.
Bei so einer großangelegten Verschwörung müsste es doch leicht sein, eindeutige Beweise zu finden?

Das was Ihr macht, nennt man eine Vorverurteilung und ist übelster unsauberer Journalismus. Natürlich, wenn Ihr die Vermutung habt, dann recherchiert und bringt uns Fakten. Das schlimme ist, selbst wenn ihr später recht haben solltet, dann bleibt der Makel unsauberen Journalismus, der sich auf Vermutungen aufbaut und nicht auf Fakten. Um es so zu sagen: Was soll ich von einem Richter halten, der nach Indizien erstmal einen Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt und dann den Prozess führt, bei den sich herausstellt, dass der Verurteilte unschuldig ist...oder ein besseres Beispiel: In der USA nahm oftmals das Volk in der sogenannten Lynchjustiz das Recht in die eigene Hand ohne einen Prozess und manch unschuldiger verlor dabei sein Leben...  
 
4.  aus Punkt 3 folgend Verallgemeinerung

5. Herabwürdigung sämtlicher Beteiligten: Angefangen bei den Menschen, die Kritik äußerten, über die Mitglieder des Programmbeirats, so wie deren Verfahrensweise, dass alles ohne konkrete Beweise als verlängerten Arm Putins abzutun, ist fragwürdig

6. Keine Ausgewogenheit

7. Keine Selbstreflexion, ob man nicht selbst ein wenig einseitig berichtet - da ist es im freudschen Sinne der Projektion einfacher alles zu verdammen und zu verurteilen, was die anderen alles sind: Verräter mit dem Dolchstoß, ferngesteuerte Menschen und Opfer russischer Propaganda - da darf die Frage erlaubt sein, ob die Welt nicht vielleicht unterbewusst fürchtet westlich gesteuert zu sein, ein willenloser Propagandaapparat, die im Rahmen einer Assoziation mit der Dolchstoß-Legende selbst nicht ganz glaubt, was sie da berichtet? 



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Nachtrag

06.12.2014

Über die Freiheit der Gedanken

Die Zeitung Welt titelte unlängst "die seltsamen Gedankenwelt der Putinversteher". In dem Artikel wurde dann Herr Platzeck und andere Menschen aus der Politik kritisiert,  weil Sie  wohl die "Gedankenwelt" der Welt nicht entsprachen.

Den folgenden Satz,  original zitiert  aus dem Artikel, fand der Autor besonders hilfreich:

"Und er nimmt nicht wirklich zur Kenntnis, dass sich in den Gebieten, die die deutsche Wehrmacht unter Druck aufgeben musste und die Moskau auch nicht auf Dauer halten konnte, eine Melange von Staaten etabliert hat, die – mehr oder minder stabil – aus eigenem Recht bestehen."

Die deutsche Wehrmacht musste also unter Druck die Gebiete in Osteuropa aufgeben? Das ist dann ernsthafte Geschichtsauffassung und Lehre aus dem dritten Reich - der Autor dieser Webseite ist dann doch etwas entsetzt...Wie dem auch sei...Mehr oder minder stabil aus eigenem Recht? Eine Melange von eigenen Staaten gebildet hat: Gab es Polen, Tschechien...nicht schon ein paar Jahrhunderte  vor Stalin und Hitler und knüpften Sie nicht eher an  die eigene Geschichte von Staaten an, die wechselseitig von Deutschland und Russen unrechtmäßig besetzt wurden?

Doch gehen wir dann einmal zurück zur Begrifflichkeit der seltsamen Gedankenwelt der Putin-Versteher zurück und schauen einmal in die Geschichte, wessen Ideologie auf den Angriff der Gedankengänge anderer beruhte.

Dabei zitiert der Autor dieser Webseite Adolf Hitler aus seinem Machwerk "Mein Kampf":

"Die starke werbende Kraft der Sozialdemokratie, ja der gesamten marxistischen Bewegung überhaupt, beruhte zum großen Teil
in der Einheit und damit Einseitigkeit des Publikums, an das sie sich wandte. Je scheinbar beschränkter, ja bornierter ihre Gedankengänge dabei waren, um so leichter wurden sie von einer Masse aufgenommen und verarbeitet, deren geistiges Niveau
dem des Vorgebrachten entsprach." Adolf Hitler Mein Kampf

Ja, wer sich die Mühe macht durch die Schundliteratur der Nazi-Ideologie durchzukämpfen, sieht, dass die menschenverachtenden Angriffe auf die Gedankenwelt der anderen sich wie ein roter Faden durch die Nazi-Rhetorik zieht. Egal ob jüdisch, bolschewistisch oder wie auch die "zersetzende" Wirkung auf andere (Zitat Mein Kampf:  Denn, der Sieg mußte nun nach menschlichem Ermessen kommen, wenn die Westfront dem deutschen Angriff auch nur wenige Monate standhielt. In den Parlamenten der Entente aber erkannte man die Möglichkeit der Zukunft und bewilligte unerhörte Mittel zur Fortführung der Propaganda zur Zersetzung Deutschlands. - Der Autor kritisierte bereits den Zersetzungsbegriff von NTV, der als Stasibegriff definiert Putin in einem Artikel beschrieb und die Bundeskanzlerin, die eine Brandrede hielt, obwohl sich Hitler 1941 mit einer Brandrede vor der Wehrmacht in Europa rechtfertigte - übrigens mit einem Verweis auf die Situation vor 1918, wie sich eben auch zufällig Adolf Hitler in diesem  Zitat auf die Situation im ersten Weltkrieg berief). Ist alles nicht neu und man sollte gerade sich als Deutscher bitte nicht auf Beispiele aus Weltkrieg I oder II berufen, wenn es um die Friedenspolitik zwischen Deutschland mit Russland geht, dass in zwei Weltkriegen so viele russische Soldaten und Menschen tötete, dass es an ein Wunder grenzt, dass ein Russe noch ein Wort mit Deutschland spricht.

Dann die "russische Annexion" der Krim anzuprangern, wo russische Soldaten im zweiten Weltkrieg in einer der größten Schlachten hunderttausende Menschen durch Deutsche Soldaten verloren, weil Sie Russland verteidigten - das ist pervers!

Was will der Autor damit sagen? Will er Bundesregierung und Presse in eine rechte Ecke rücken?

Alles Quark! Der Autor dieser Webseite warnt davor, dass in der letzten Zeit vermehrt Sprachmuster und Kernbegriffe der Nazi-Rhetorik in der Öffentlichkeit gedankenlos verwendet werden und dann  zusammengefasst der Eindruck entsteht, dass die "Putinversteher" als "verlängerter Arm Putins" einen heimtückischen "Dolchstoß" ausführen, mit ihrer "Gedankenwelt" Deutschland "zersetzen" und als "fünfte Kolonne", einen "Flächenbrand" in Europa legen.

Das waren jetzt mal die Aussagen aus Politik und Presse zusammengefasst, die von der Bewertung des Programmbeirates  der  ARD bis zur "Brandrede" der Kanzlerin so die Rhetorik gegen Putin  und seine willenlosen Helfer bestimmten.

Tut mir Leid, aber der christliche Autor dieser Webseite legt dann jedes weitere Wort auf die Waagschale, obwohl zugegebener Maßen die o. a. Phrasen schwer zu toppen sind.

Wie dem auch sei, nach C. G. Jung  ist eben auch die Vergangenheit im kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit  verankert  und  die Rhetorik trifft auf Menschen, denen solche Sprachmuster dann irgendwo auch bekannt vorkommen.

Der Autor würde niemals über z. B. seltsame "Gedankenwelt" philosophieren, wenn nicht sogar zuvor im selben Artikel der Welt dann Sätze über die Rolle der "Staatenbildung" einer "Melange von Staaten" stehen, die ein gewisses befremden bei der Betrachtung der eigenen Geschichte - zumindest beim Autor - hervorrufen.

Hier läuft etwas Schief und der verschnupfte Autor fordert zur Mäßigung auf, bevor diese verbalen Entgleisungen ein neues Unglück heraufbeschwören.

Faust (Goethe: Faust - der Tragödie erster Teil) fragte sich, ob am Anfang das Wort oder die Tat stand. Der Autor ist überzeugt: Am Anfang stand das Wort und daraus ergab sich die Tat - Gott behüte uns davor, wenn auf Erden gilt, welches auch im Himmel Gesetz ist, denn das wäre vielleicht nicht der Anfang, sondern das Ende der Humanität, wenn den Worten Taten folgen... 


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Nachtrag: Der folgende Artikel beinhaltet Erklärungen, warum dem Autor eingehend mit der Sprachkultur der Welt Menschen auf das Abstellgleis geschoben werden. Dem Autor ist bewußt,  dass Menschen  ersetzt werden können, ohne dass es sich um Nazi-Kultur handelt.

Das verächtlich machen von Menschen und deren Entfernung auf Grund anderen Denkens entspricht hingegen einer Unkultur, deren Entwicklung der Autor mit Sorge beobachtet, weil in totalitären Systemen genau dieses Denken und Handeln Teil der Machterhaltung ist.

Von daher wird hier auch in Zukunft sehr genau darauf geachtet werden, ob Menschen wegen ihres unabsprechbaren Recht auf Gedankenfreiheit und deren Verkündung im Rahmen der Meinungsfreiheit aus dem öffentlichen Leben entfernt werden: Bereits ein Mensch ist dabei zuviel!

Dabei wird der Autor auch weiterhin darauf achten, dass er nicht die Völkerfreundschaft zu den USA in Frage stellt: Ttip ist ein Angebot, welches der Autor dankbar aus Erfahrungswerten anderer Staaten und wegen Inkompatibilität zu unserem Rechtssystem (Wirtschaftsgerichte und deren übergerichtliche Bedeutung außerhalb des Rechtsstaats als spezielle Gerichtshöfe für Unternehmer).
Der Autor sieht jeden Bürger der USA als Freund und Gast, der nicht seinen eigenen Gerichtshof mitbringt, weil das weitgehend über das Gastrecht im christlichen Sinne hinausgeht.

Dem Autor tut es weh, dass in einem Artikel über Nazi-Rhetorik das Wort "Ttip" verwendet wird. Ttip ist ausdrücklich kein Wort der Nazi-Rhetorik, wird aber im folgenden Artikel von Menschen verwendet, die nach Ansicht des Autors Anleihen aus der  Nazi-Rhetorik machen und dann das zum Teil in Ihren Sprachmuster vermischen...

08.12.2014

Alternative zur Kriegsrethorik oder in jeder Krise gibt es einen Funken Hoffnung

Am Sonntag trafen sich also die Welt und Frau Merkel, um in der Weihnachtszeit  im vereinten Geiste der Menschheit wieder einmal zu sagen,  dass militärische Mittel keine Option seien, es aber  Natostaaten wie Polen und die Balkanländer gibt, wo dann nach Artikel 5 der NATO militärische Mittel geeignet seien.

Außerdem gäbe es Staaten wie Moldau, Georgien und Ukraine, die ein Assozierungsabkommen mit der EU unterschrieben haben, bei denen sich die Kanzlerin nicht eindeutig festlegt, ob eine Indoktrination Russlands militärische Aktionen  nach sich ziehen könnten.

 Der Titel: "Würden Sie Krieg mit Russland führen, Frau Merkel?"

Die Subunterschrift ruft dann sicherlich auch beim wenig gebildeten Menschen auf Unverständnis:  "Im Interview erklärt Angela Merkel, warum die russische Aggression nicht folgenlos bleiben kann und Deutschland ein Freihandelsabkommen mit den USA braucht." Quelle Welt, im o. a. Link

Denn im ganzen folgenden Artikel wird nicht mit einem Wort erwähnt, wie ein Freihandelsabkommen mit der USA sich positiv auf den Ukraine-Konflikt auswirkt. Soll das heißen, dass wir nur mit einem Freihandelsabkommen mit der USA im Zweifel militärische Hilfe erhalten? Das haben die Amerikaner nie gesagt...

Sind es die enormen natürlichen Ressourcen der USA, die uns und kommenden Generationen auch ohne Russland ein überleben sichern? Die USA haben  im Gegensatz  zu Russland keine enormen Bodenschätze, die Sie an Deutschland schicken könnten  und in TTip kann der Autor beim besten Willen  nicht die Wirtschaftszweige finden, die  uns etwas liefern würden, welches wir nicht schon im Überfluss hätten  - es sei denn  wir sollten in Folge eines nuklearen  Winters chlorbehandelte Hähnchen brauchen...

"Im Westen nichts neues"  könnte also getrost die Überschrift des Interviews lauten und nach wie vor sagt der Autor, dass es zur Politik der Kanzlerin eine glaubhafte Alternative gibt, die einmalig in der deutschen Geschichte ist: SPD, die Linke und Grünen besitzen nach wie vor die Mehrheit im Bundestag und Bundesrat.

Der Autor wies schon kurz nach der Wahl auf die Möglichkeiten einer "linken Koalition" hin und erinnert gern Herrn Steinmeier daran, dass die Kursänderung des Petersburgers Dialog  bereits Herrn Platzeck und De Maizaire, ihre Stellungen kosteten.

 "Aus für Platzeck und de Maizière?

Damit einher gehe die Forderung, die enge Verbindung des Dialogs mit dem Deutsch-Russischen Forum, das von Steinmeiers Vertrautem Matthias Platzeck geleitet wird, zu trennen. Der frühere brandenburgische Ministerpräsident würde damit an Einfluss verlieren. Er war kürzlich wegen Äußerungen in die Kritik geraten, wonach die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim völkerrechtlich geregelt und damit anerkannt werden solle.

  Wie Platzeck gelte auch der derzeitige Vorsitzende des "Petersburger Dialogs", der früheren DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière, im Kanzleramt als zu unkritisch gegenüber Russland. Die angestrebte Reform werde ihm nicht zugetraut. Beide Medien ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass voraussichtlich de Maizières Ablösung bevorstehen dürfte."

Tja, dem Autor juckt es geradezu in den Fingern von "Säuberungsaktionen" zu sprechen, aber da er damit in Nazi-Rhetorik verfallen würde, was er ja an Politik und Presse kritisiert, verwendet er mal lieber die Formulierung, dass  Befürworter einer Friedenspolitik auf das Abstellgleis geschoben werden.

Kritiker werden also aus politischen öffentlichen Ämtern verdrängt?  Der Autor nimmt das einmal undokumentiert hin.  Dazu wird Herr Platzeck als  "Putin-Versteher" in einem Pseudo-Gerichtsverfahren der Zeitschrift Welt  abgestempelt, die eine "seltsame Gedankenwelt" verkünden?

Herr Platzeck stand nach Kenntnisstand des Autors nicht auf der Liste derer, die eine "stalinistischen Kultur" befürworteten, sondern gehörte zu den Politikern, die Ihrem Gewissen folgten und nach einer pragmatischen Lösung suchen, welches nun als Sakrileg zu einem unrühmlichen Abtritt führt.

Aufschlussreich hingegen ist, dass ein bunter Strauß von Politikern an dieser Aktion beteiligt war:  "Dazu zählten der stellvertretende Unionsfraktionschef Andreas Schockenhoff, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck und Vertreter mehrerer Nichtregierungsorganisationen." o. a. Link aus der Tagesschau.

Kommentar: von den Grünen hatte der Autor sowieso nichts anderes erwartet - Sie verrieten schon lange eine aufrichtige Friedenspolitik...Die NGO`s und Ihre Rolle in der Ukraine-Krise wurden bereits kritisch beleuchtet - sind die neben den zu erwartenden  wirtschaftlichen Gerichtshöfen Teile  der politischen Gewalt in Deutschland?

Herr Steinmeier, der wahrscheinlich die  Rhetorik der neuen Flächen-Brand- Reden der Kanzlerin zumindest unbewusst richtig einordnete, differenzierte sich schon erheblich von der uneingeschränkten Zustimmungspolitik: "Reden ist Silber, Sanktionen sind Gold" - das ist ein Satz, den man aus dem Mund des deutschen Außenministers so wohl nie hören wird. Frank-Walter Steinmeier warnt seit Beginn der Ukraine-Krise, dass man die Gesprächskanäle nach Moskau nicht mutwillig zuschütten dürfe.

Auch in diesen Tagen betont er wieder oft, wie wichtig es ist, mit Russland weiter zu reden. "Wenn das nicht mehr möglich ist, dann sind wir in dieser Welt in einem deutlich schlechteren Zustand als dem, in dem wir uns heute befinden", sagte er gestern nach dem Treffen mit seinen europäischen Außenminister-Kollegen in Brüssel. Quelle: Tagesschau

Dieses wiederum wurde dann auch im Sonntagsinterview der Welt aufgenommen:

"Welt am Sonntag: Ihr Außenminister hat nach dem G-20-Gipfel in Brisbane davor gewarnt, "Möglichkeiten zur Entspannung zu verbauen". Prompt wurde er zur Audienz bei Putin eingeladen. Versucht der Kreml Sie und Frank-Walter Steinmeier gegeneinander auszuspielen? Quelle Welt

Die Kanzlerin dementiert das im Interview und damit nur wichtige Kernausdrücke zum Verständnis hier zitiert werden, wird dieses auch das letzte Zitat sein.

Die Vorgehensweise dürfte hingegen wie bei Herrn Platzeck sein: Zuerst wird er auf die Gefahr hingewiesen, dass Putin ein Keil zwischen den beiden treibt. Sollte er dann weiter auf Gespräche beharren, dann wird man seine "seltsame Gedankenwelt" anzweifeln und irgendwann ist er dann vielleicht für ein öffentliches Amt nicht mehr "tragbar".

Herr Steinmeier und Herr Gabriel, der Autor bittet Sie darum, genau jenen Instinkt zu folgen, den Sie nach der Rede der Kanzlerin empfanden und den "verschärften Ton" dann auch irgendwo als Abkehr von Willy Brandts "Ostpolitik" empfanden. Ich gehe sogar weiter und behaupte anhand ihrer Reaktionen, dass Sie sich schon im klaren waren, dass Adolf Hitler mindestens zweimal "Brandreden" hielt. Einmal im Bezug auf den Reichstagsbrand und einmal vor der deutschen Wehrmacht 1941, wo er seine Begründung für den Russlandfeldzug zum Besten gab.

Auch die Zuwendung zu Herrn Bahr und Berufung auf Herrn Schmidt bewertet der Autor als Zeichen, dass die SPD genauso verschnupft ist wie der Autor und die Außenpolitik schon lange kein einzelner "Guss" ist.

Herr Gabriel, der Autor bittet Sie eine glaubhafte Alternative in einer "linken Koalition" in Deutschland anzubieten und zu gestalten.  Ttip und  die Außenpolitik  in Bezug auf Russland  sind  "Richtungsentscheidungen", die einen Bruch der GroKo mehr als rechtfertigen.

Die deutsche Sozialdemokratie hat auch vom Christen dieser Webseite eine Stimme erhalten, weil ich der Ansicht war, dass die deutsche Sozialdemokratie  nach zwei Weltkriegen  und einer Schröderregierung  noch die Chance besitzt,  eine Zukunft zu gestalten, die frei von Reden zu einem möglichen Einsatz militärischer Mittel am zweiten Advent ist.

Auch an die Restbewegung der Friedenspolitik der Grünen: Erinnert Euch an Eure Wurzeln!!!

Deutschland braucht Euch jetzt, weil sonst alle Brücken zerstört sind und Euch sonst nichts anderes übrig bleiben wird, als den politischen Kurs bis zum sprichwörtlichen Ende zu tragen - dann gibt es wie 1918 keine SPD, Grüne oder Kaiser mehr, sondern nur noch Deutsche - bis auf jene, die auf Grund ihrer "seltsamen Gedankenwelt" bereits aus öffentlichen Ämtern entfernt worden sind.

Mein Glaube an Gott und die Nächstenliebe ist stark und ich habe Euch schon seit langen auserkoren, dass Ihr als Atheisten den "Scheinchristen" in unserer Gesellschaft zeigt,  dass der Mensch im Inneren ein gutes Wesen sein kann und Taten mehr sind als Worte - denn Gott richtet auch gerade jene, deren Handeln inkongruent zu deren Worten sind, weil Sie die Bergpredigt verleugneten.

Ich hoffe dabei, dass die vom abgefallenen Glauben Menschen sich dann besinnen und sagen: "Wenn sogar die Ungläubigen durch Dialog den Frieden bewahren können, dann muss meine Einstellung zum Krieg doch irgendwo falsch sein."

Ich fordere eine Renaissance des urchristlichen Glaubens in unserer Gesellschaft, ohne ins tiefste  Mittelalter mit all seinen Irrlehren und Hemmnissen für die Gesellschaft zurückzufallen.

Mag meine Logik auch unorthodox erscheinen, so hat Sie nichts  mit dem Streben nach  Marxismus oder einer anderen Weltanschauung zu tun - denn mein Reich ist nicht von dieser Welt.  Ich argumentiere mit der Nächstenliebe, ihr mit dem Hass und dessen Rhetorik führt unsere Gesellschaft immer mehr auf ein Niveau zurück, dass wir glaubten für immer überwunden zu haben.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit und irgendwann werden dann auch die Menschen, die mit Liebe argumentieren, aus den Augen der Öffentlichkeit gedrängt oder ans Kreuz  genagelt. Deshalb noch einmal der eindringliche Appell:

Beendet diese Entwicklung. Es ist legal, wenn sich eine Regierung auflöst und sich eine neue Regierung bildet und eine Politik betreibt, die von Liebe und nicht Hass dominiert wird, die auf Dialog und nicht Sanktionen setzt.

Gott prüft Euch und gab Euch diese einmalige Situation, dass es mit Liebe und friedlichen Mitteln möglich ist zu zeigen, dass es Alternativen zum Hass gibt.

Wenn selbst so eine Vorlage, an der der christliche Autor mit seiner Stimme beteiligt war, nicht ausreicht, um einen Paradigmenwechsel zu erreichen dann sagt der Autor in Demut: "Gott, der Autor hatte Unrecht, außerhalb des christlichen Glaubens ist die Fähigkeit zur Nächstenliebe genauso verloren gegangen, wie bei Teilen des Christentums".

Dann ist es Zeit Tabula Rasa zu machen und der Menschheit dem jüngsten Gericht vorzuführen. Hat der Mensch das Recht das jüngste Gericht selbst auszulösen? Scheinbar ja und da ist dann der Autor doch erstaunt, dass der Mensch sogar selbst den Tag des jüngsten Gerichtes bestimmen darf, weil Gott gnädig ist... 




Nazi-Rethorik in Bezug auf Asylgegner


27.08.2015 Mit Nazi-Sprüchen gegen Nazis?

Bei dem verwendeten Wort von Herrn Gabriel "Pack" gegen Bürger von Heidenau sträubten sich meine Nackenhaare und dann recherchiere ich auch, weil ich eine bestimmte Rhetorik für unangemessen halte.

Wir erinnern uns - Herr Gabriel sagte: "...keinen Milimeter diesem rechtsradikalen Mob: bei uns zu hause würde man sagen, das ist Pack, was sich hier herumgetrieben hat. Das ist der Ausdruck der bei uns jedenfalls gewählt würde,ist vielleicht nicht so distinguished, wie wir sonst in der Politik reden , aber ich glaube darum geht es. Das sind Leute, die haben nichts mit Deutschland zu tun. Das ist nicht das Deutschland, das wir in diesem Land haben wollen. Die halten sich für Vetreter des wahren Deutschland, aber in Wahrheit sind es die undeutschesten Typen, die ich mir vorstellen kann. Für die gibt es nur eine Antwort: Polizei, Staatsanwaltschaft und nach Möglichkeit für jeden, den wir da erwischen Gefängnis", Quelle: mündlicher Beitrag von Gabriel in Heidenau vom 24.08.2015, für Rechtschreibfehler  oder sonstige Fehler ist der Autor verantwortlich und bittet auch darum, dass Fehler zur Korrektur gemeldet werden.

Da fragt man sich unwillkürlich, wo Herr Gabriel  und seine Redenschreiber zu hause sind, denn neben dem unschönen Wort "Ausländerpack" war das Wort PACK in vielfältigen Gebrauch in der Nazi-Ideologie und vom Politiker über den Pressemenschen bis zum Juden wurde im dritten Reich eigentlich alles als Pack tituliert:

Über die Politiker:

"Wie wenig nun allerdings heute einem solchen Anstand entsprochen wird, bezeugt nur die allgemeine Verworfenheit des Packs,
das sich zur Zeit berufen fühlt, in Politik zu "machen"." , Seite 28 ,

 "Die Front kannte das ganze politische Parteipack nicht " und "Ich haßte das ganze Pack dieser elenden, volksbetrügerischenParteilumpen auf das äußerste.  ", S. 83

Über die Presse (nach Nazi-Ideologie "Presselumpen"):

"...;wobei aber dieses Lumpenpack niemals etwa aus Motiven, wie sie vielleicht bei der anderen Menschheit
glaubhaft oder wenigstens verständlich waren, etwas unternimmt." Seite 36

über die Juden: "...und einsam und verlassen stand das jüdische Führerpack", Seite 71

Nachtrag 22.09.2016 Dann das Wort undeutsch:

Es wird in mein Kampf fünf Mal verwendet:

Zitate aus "mein Kampf" von Adolf Hitler zu diesem Thema: "Sie [Anmerkung des Autors die deutsche Jugend] lehnt es ab, undeutsche Lieder zu singen, schwärmt um so mehr für deutsche Heldengröße, je mehr man versucht, sie dieser zu entfremden; sammelt an vom Munde abgesparten Hellern zum Kampfschatz der Großen; sie ist unglaublich hellhörig dem undeutschen Lehrer gegenüber und widerhaarig zugleich" S. 3, Mein Kampf: Der Kampf um das Deutschtum

Unter der Überschrift Kampf um das Deutschtum steht: "Die geschichtliche Erkenntnis des Wirkens des Habsburgerhauses wurde noch unterstützt durch die tägliche Erfahrung. Im Norden und im Süden fraß das fremde Völkergift am Körper unseres Volkstums, und selbst Wien wurde mehr und mehr zur undeutschen Stadt." S. 5

"Ich war überzeugt, daß dieser Staat jeden wahrhaft großen Deutschen ebenso beengen und behindern mußte, wie er umgekehrt jede undeutsche Erscheinung fördern würde. Widerwärtig war mir das Rassenkonglomerat, das die Reichshauptstadt zeigte, widerwärtig dieses ganze Völkergemisch von Tschechen, Polen, Ungarn, Ruthenen, Serben und Kroaten usw., zwischen allem aber als ewiger Spaltpilz der Menschheit Juden und wieder Juden. ", S53

" Mit der allmählichen Einführung des allgemeinen Wahlrechtes aber war dieses Land zu einem parlamentarisch regierten, undeutschen Wirrwarr herabgesunken.", S.62

Das Wort undeutsch wurde auch in anderen Medien als Nazi-rhetorik von der Bücherverbrennung her erkannt.

 
Wie dem auch sei, ich weise in Abständen auf die Renaissance der Nazi-Rhetorik hin und finde die Verwendung zentraler rechtsradikaler Kampfbegriffe gerade von Regierungsmitgliedern in einer demokratischen Gesellschaft voll daneben,  auch wenn die Intention natürlich eine andere ist.

Wenn dann hinterher mit der Staatsmacht gedroht wird und Begriffe wie: "Polizei", "Gefängnis" und "Staatsanwaltschaft" hinterher fallen, dann fühle ich mich unbehaglich und an eine Zeit erinnert, die ich nie wieder haben will! 

Ich kann den psychologischen Hintergrund verstehen: Da bedient sich vielleicht Herr Gabriel eines "Jargons" im Nazi-Stil, um die Täter mit ihrer Sprache zu erreichen und abzuholen.

Nicht nur die Nazis sind davon angewidert und schickten umgehend Hass-Emails und eine Bombendrohung, sondern auch demokratische Kräfte wie ich sagen: die Verwendung Sprachelemente zur Bekämpfung derselben, kann keine Alternative sein.

In den Mediatheken und Veröffentlichungen findet man inzwischen schwer ein Video  oder  einen Artikel, der halbwegs  diese Passagen ungekürzt wiedergibt.

Ich finde diese "Experimente" mit Rhetorik-Elementen aus der Nazizeit weder in der Russlandfrage noch bei der Bekämpfung der Gegner für Flüchtlinge angebracht.

Wer anfängt Nazi-Sprüche und Verhaltensweisen zu imitieren ist für mich gefährlich, weil das von Naivität oder von bewußter Manipulation mit rechtsradikalen Mustern zeugt, welches beides für mich nicht der Ausdruck einer demokratischen Kultur ist.

Wenn man auch für das Verbot von "mein Kampf" ist, dann sollten besorgte Sprachwissenschaftler und Politikwissenschaftler auch ihrer Verpflichtung nachkommen, darauf hinzuweisen, wenn Nazi-Rethorik verwendet wird.

Ich werde jedenfalls weiter mahnen, denn ich meine: Nazi-Rhetorik hat  im Sprachgebrauch der Medien und Politik aus Verantwortung vor der Geschichte nichts mehr zu suchen.

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Nachtrag

An die Psychologen oder Redenschreiber die für diese Rede verantwortlich sind:

Hier wurden Geister beschworen, die man lieber ruhen lassen sollte. Im Zauberlehrling heißt  es: Die Geister, die ich rief, die werde ich nun nicht mehr los.

Ich unterstelle einmal, dass ein gewisser Prozentsatz  der Rechten genau wußte, mit welcher Ideologie ihr hier arbeitet. Das hat bewußt oder unbewußt eine  "allergische Überreaktion" hervorgerufen,  die so stark war, dass es bis zu einer Bombendrohung kam.

Die Presse griff unreflektiert "die deutlichen Worte" auf und es kommt zur grotesken Situation, dass ich im deutschen Blätterwald mit dem Nazi-Begriff Pack an jedem Zeitungsladen konfrontiert bin. Wenn sich das Wort etabliert, dann fällt eine Grenze: "Zigeunerpack", "Ausländerpack" und "rechtes Pack" sind dann wieder Kampfbegriffe des "linken und rechten Mobs".

Ich halte es für generell gefährlich  menschenverachtende Begrifflichkeiten salonfähig zu machen.  Alles sind Menschen mit einer Menschenwürde.
Aus meiner Kinderstube heraus waren solche Begrifflichkeiten gegen jeden Menschen  verfemt.

Nicht aus Angst, sondern weil meine Eltern mir authentisch erklärten, dass Menschen solche Begriffe generell nicht verdienen. Wer solche Begriffe dann noch mit der Androhung von Strafe verknüpft, auch wenn es in der Sache teilweise berechtigt ist, handelt auf dem Niveau genau dieser Menschen.

Ich mag da zwar auf einer anderen Linie sein, aber ich möchte bitten, generell auf solche Methoden zu verzichten. Das Resultat dieses Experiments, wenn es denn ein solches sein sollte, gibt mir einfach recht.

Was wäre, wenn wirklich eine Bombe hochgegangen wäre? Und das wegen ein paar Wörtern, die anders formuliert, eben nicht diese Reaktion ausgelöst hätten.

Ich finde es besser, ehrlich zu argumentieren, den anderen zuzuhören, wie es unsere Bundeskanzlerin jüngst richtig machte. Aber in eine Ortschaft zu fahren, dort eine Hasstirade zu verbreiten und dann wieder fort zu fahren, hinterlässt Bürger in Wut - damit ist auch auf lange Sicht nicht den Asylanten vor Ort geholfen, die dann als Sündenbock zurückbleiben.

Ich kann natürlich völlig falsch liegen, aber ich bitte die Verhandlungsstrategie zu überdenken. 

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Rückblick: Strauß - Verunglimpfung von Studenten mit Nazi-Rhetorik

Der Politiker Strauß wäre am 06.09.2015 100 Jahre alt geworden. Unbestritten war er ein verdienstvoller Politiker mit Ecken und Kanten. Aber das ist kein Freibrief den akademischen Nachwuchs unseres Landes in der Studentenbewegung mit übelster Verunglimpfung wider der politischen Richtung als Nazis zu stigmatisieren.

Ich zitiere aus einer Rede von 1980, wo der Kanzlerkandidat Strauß folgende Sätze im Fernsehen dokumentiert zum Besten gab:

Rede in einer politischen Versammlung im Auszug:
"...und das erklärt auch warum man gegen mich einen Verleumdnungs- und Verhetzungsfeldzug führt , wie er seid Göbbels Zeiten nicht mehr geführt worden ist"

Rede vor einer aufgebrachten Menge Studenten unter freiem Himmel mit feindlicher Stimmung gegen Herrn Strauß:

"...Ihr seid ja nur das Produkt  dieser Fehlerziehung, das Produkt dieser Hetze ihr könnt einem ja Leid tun, mit eurer erbärmlichen Dummheit - ihr wärt die besten Schüler von Dr. Joseph Göbbels gewesen ihr wärt die besten Anhänger Heinrich Himmlers gewesen ihr seid die besten Nazis, die es je gegeben hat", Quelle: ZDF History Strauß

Ja, Herr Strauß verwendet auf den ersten Blick keine Nazi-Rhetorik, sondern behauptet Opfer derselben zu sein.
 
Gehen wir einmal zu seiner Wortwahl: Das Wort Volksverhetzung ist unbestreitbar ein häufig verwendeter juristischer Begriff auch in der heutigen Zeit, dessen Wurzeln Volk und Hetze sind aber Lieblingsbegriffe des Nazi-Regimes in mein Kampf:

"Kriegshetze", S. 67, "Es wäre die Pflicht einer besorgten Staatsregierung gewesen, nun, da der deutsche Arbeiter wieder den Weg zum Volkstum
gefunden hatte, die Verhetzer dieses Volkstums unbarmherzig auszurotten. " S. 71, "die gesinnungslosen Hetzer..., S. 80:" allein der Hetzer wurde in der Anstalt geduldet" ,

Preußenhetze, S 81, 

Auch die Begriffe "erbärmlich" und "Dummheit" sind beliebte rhetorische Wörter Adolf Hitlers in mein Kampf gewesen: unglaubliche Dummheit, S. 13, Dummheit ihres Gegners, S. 26 , Dummheit seiner Mitbürger / Dummheit, S. 34, Dumme, S. 38 Ehrlichkeit immer gleichbedeutend mit Dummheit, zweimal Dummheit Seite 55,
Ausdruck einer Mischung von Dummheit und Feigheit, S. 57, unbegrenzte Dummheit S. 61, Dummheit der Lügner, Dummheit der Genossen. S 73, reiner Dummheit zugeschrieben wird, S. 76, war dieses Versagen Dummheit oder Verbrechen, S 78, Dummheit und Gutgläubigkeit, S. 81

Dann wird das Wort Dummheit noch acht weitere Male verwendet.

Der Begriff erbärmlich hingegen kommt in mein Kampf nur 4 mal vor, aber ich meine mich an andere rechtsradikale Ausführungen zu erinnern, wo dieser Begriff weitaus öfter verwendet wurde: "erbärmlicher Gesinnung", S. 18, erbärmliche Französeln, S. 24, erbärmlichsten Gründen S. 111, ...genauso erbärmlich wie die der Juden  selber ist , 127

Erziehung und Produkt sind auch sehr beliebte Begriffe der Nazis, wie z. B. "So war dies elende Produkt zwecklos, ja sogar schädlich. "Halbzeit-Erziehungsfehler" S 77 Mein Kampf oder Seite 77:", S. 97.

Nicht falsch verstehen, aber dadurch, dass man Wörter ein wenig abändert und dann aus Erziehungsfehler - Fehlerziehung wird, ist  dann so ziemlich dasselbe. Denn es geht wie bei den Nazis vom Sinn her genau um das Fehlen der Erziehung im politischen Sinn und Menschen die man nicht "umerziehen" konnte, wurden in der Nazi-Zeit dann als unbelehrbar eleminiert.

Genauso das Wort Leid, welches außer Leid der Massen...in vielen Passagen von Adolf Hitler  in meinem Kampf eben auch zynisch bis abwertend verwendet wird.

Ja, dass sind auf den ersten Blick doch eher harmlose Begriffe:

Aber Herr Strauß muss sich dann die Frage gefallen lassen, warum ein Satz mit eindeutigen Bezug zum dritten Reich fast in jedem zweiten Wort mit häufig verwendeten Nazi-Rhetorik- Elementen gespickt im Jahre 1980 vorgetragen wurde, als noch viele Menschen aus der Nachkriegsgeneration lebten und sich diese Sätze dann doch irgendwo vertraut angehört haben müssten.

Im Jahr 2010 griff die Bild diesen Satz u. a. auf und  obwohl die Bild treffend dieses unter der Überschrift die schlimmsten Politiker-Ausraster" aufführte,
scheint sich in den Köpfen von Redenschreibern und derer Leitkultur noch Fragmente der Nazi-Rhetorik zu befinden,.


Gehen wir einmal weiter zur Vortragsart, wo sich Herr Strauß im Ton an jene Agitatoren anglich, die er erwähnte.

Dann zum Inhalt der Aussage: Ich kann mich nicht erinnern, dass die Studenten den Antisemitismus förderten oder gar ca 6 Millionen Juden vergast hätten. Solche Vergleiche sind auch nach dem Strafgesetzbuch einfach nicht haltbar.

Das ist übelste Verleugnung und eine Beleidigung, denn die Studenten waren eher sozialistisch angehaucht. Nun könnte man sagen, dass Herr Strauß Vertreter der sogenannten Totalitarismustheorie sei und nicht die Gesinnung der Studenten, sondern deren  Handlungsweise meinte.

Einschub Totalitarismustheorie

Wikipedia:

"Die Totalitarismus-Theorie vergleicht seit ihrem Aufkommen in den 1920er Jahren die Systeme des Faschismus mit dem Stalinismus. Obwohl beide Ideologien sich strikt gegeneinander stellten und bekämpften, zeigen sie, so die Position von Totalitarismusforschern, eine Reihe auffälliger formaler und inhaltlicher Ähnlichkeiten. Hannah Arendt bezeichnet den Nationalsozialismus und den Stalinismus als „Variationen des gleichen Modells“.[9]

In den letzten Jahren wurden darüber hinaus von einigen Intellektuellen besonders die Verbrechen in sozialistischen Staaten mit denen des Nationalsozialismus verglichen. Dazu erschien 1998 das „Schwarzbuch des Kommunismus“, in dem verschiedene Studien die Verbrechen kommunistischer Regierungen zum Teil als „Roten Holocaust“ darstellen. Dieser neu eingeführte Begriff knüpft an den so genannten „Historikerstreit“ von 1986 an, in dem der Historiker Ernst Nolte den „Rassenmord“ der Nationalsozialisten mit dem „Klassenmord“ unter Josef Stalin parallelisierte." Hinweis: Dieser Artikel unterliegt noch der Bearbeitung von Wikipedia und wurde in der Fassung vom 08.09.2015 zitiert

Ich war früher teilweise Anhänger dieser Theorie, aber habe heute erhebliche Bedenken, die sich auch aus dieser Abhandlung ergibt. Der Holocaust war eindeutig einmalig, aber wenn im Jahre 1998 im Schwarzbuch des Kommunismus vom "Roten Holocaust" gesprochen wird, dann wird doch der Holocaust per se als einmaliges Ereignis in Frage gestellt?

Es gab eben keinen Holocaust im Stalinismus.

Hitlergruß, Hakenkreuz, Holocaust, Judenstern, Auschwitz...sind alles Begriffe, die eben nicht unter einer Totalitarismustheorie subsummierbar sind. Genauso die Nazi-Rhetorik, die erschaffen wurde, um vorwiegend jüdische und sozialistische Menschen zu diffamieren.

Ja, es gibt Gewalt, Unrechtsstaaten und Diktaturen, aber auch dafür Wörter, die nicht von ideologischen Kampfbegriffen geprägt sind.

Es gibt keine Rechtfertigung für die Begriffe der Nazi-Ideologie in demokratischen Reden und aktuellen Diskussionen einzusetzen - es sei denn man will Sie brandmarken und dann sollte man klar schreiben, dass dieses Wort eben der Nazi-Ideologie entspringen und gezielt eingesetzt werden, um andere Menschen zu diffamieren.

Wenn dann wie in den vorherigen Artikeln beschrieben Herr Putin mit Hitler gleichgestellt wird (wider besseren Wissens, denn vielleicht ist Russland ein Unrechtsstaat, aber es gibt keine Hinweise auf die Massenvernichtung eines Stalins oder Hitlers) oder Asylgegner unisono als Nazis abgestempelt werden, dann läuft etwas falsch.

Das ist nicht nur respektlos gegenüber den Opfern Stalins oder Hitlers, sondern  eine Verunglimpfung  andersdenkender Menschen.

Bezeichnenderweise wurden dann alle Menschen, die sich für Frieden einsetzten, in die Kategorie "Putinversteher" eingeordnet,  welches auch nicht besser ist als der rechtsradikale Begriff des "Gutmenschen".

Es ist ein uraltes Spiel in der Nazi-Rhetorik das falsche "Verstehen" eines Menschen anzuprangern und in mein Kampf wird das dann auch in diversen Variationen getan:

"Dabei sind diese Menschen noch maßlos eingebildet, wollen, trotz aller Beweise ihrer vollkommenen Unfähigkeit, alles besser verstehen und werden zu einer wahren Plage für die geradlinigen und ehrlichen Kampfer, denen Heldentum nicht nur in der Vergangenheit verehrungswürdig erscheint, sondern die sich auch bemühen, der Nachwelt durch eigenes Handeln ein gleiches Bild zu geben." S. 148 Mein Kampf 

Hilfe, wie viel der Reden und Wortschöpfungen beruhen eigentlich noch heute auf "verbale Nazi-Methoden"?

Ich appelliere hier an unsere Medien und Politiker solche ungerechtfertigten Anschuldigungen doch zu unterlassen und nicht den Holocaust für den politischen Alltag zu missbrauchen.

Und gerade die oben zitierten Sätze von Herrn Strauß leiteten diese unhaltbaren Diffamierungen und Etablierung der Unterstellungen von Nazi-Rhetorik ein, wobei dann selbst auf genau diese Elemente der Rhetorik zugegriffen wird.

"Ich bin das Opfer, die anderen sind dann Nazis oder Stalinisten, welches dann nach der Totalitarismustheorie ja dann so ziemlich dasselbe ist und das legitimiert  mich dann auch Nazi-Rhetorik, Zitierung von NS-Persönlichkeiten oder deren Phrasen aus dem Nazi-Regime zurückzugreifen. Dabei bin ich mit meinen hehren Motiven dann das "Opfer".
Natürlich zitiere ich nicht direkt, sondern greife auf Kampfbegriffe und Redewendungen zurück und verändere diese. Dann substantiviere ich noch ein per Verben, setze Wörter neu zusammen und keiner kann mich beschuldigen, dass ich in der Rhetorik als ein Nazi bin"

Kommentar zu dieser paradoxen Weltansicht: Millionen getöteter Juden müssten sich im Grab umdrehen, wenn Sie Strauß als selbsternanntes "Opfer der Nazis" anerkennen müssten, wegen der er nicht Bundeskanzler wurde, weil Sie ihn nicht wählten und gegen ihn mehr oder minder friedlich protestierten.

Weder die Mehrheiten der Studenten, noch die Menschen der Friedensbewegung, noch Menschen, die in der Asylpolitik eine geregelte Zuwanderung fordern sind Nazis oder Stalinisten, aber Politiker und Medien, die teilweise diese als Nazis anprangern, handeln fragwürdig, wenn Sie dann noch dazu in derselben Rhetorik wie Nazis agieren, schlicht verantwortungslos.     
Nachtrag

Ist der Autor jetzt paranoid und jeder, der ihn gut gemeint vor einer DUMMHEIT bewahren will ein Nazi, weil er Nazi-Rhetorik gebraucht?

Nein, das ist Quark. Es gibt mehrere Voraussetzungen, wenn sich meine Nackenhaare sträuben und ich die Rhetorik anprangere:

1) Wenn das Ziel der Formulierung eine Bestrafung, Verleumdnung oder  Diffarmierung von Menschen ist...
2)... mit einer hohen Frequenz, einer Kampagne oder einzelnen eindeutigen Kernbegriffen von Wörtern aus der Nazi-Rhetorik...
3)... zu einem Thema absolut unpassend oder einen Thema aus dem dritten Reich, wo andere Ansichten teilweise unberechtigt als Nazi-Sichtweise unterstellt werden,
4)...um andere Menschen ungerechtfertigt in die rechte Ecke zu stellen, sich selbst unberechtigt zum Opfer zu stilisieren oder andere Menschen im Geist von Punkt 1 zu diskreditieren
..., erst dann ist für mich die Schwelle erreicht, wenn ich von einer Renaissance der Nazi-Sprachkultur spreche.

Dazu kommt noch eine Vortragsweise oder Darstellungsweise, die aus "Persönlichkeiten" oder "Hetzmedien" aus dem dritten Reich erinnert.

Das ganze von Prominenten Persönlichkeiten in der Politik im öffentlichen Raum oder im O-Ton der seriösen Pressemedien wie Bild, Morgenpost, Welt, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, Spiegel, Focus, Stern usw....

Deshalb sind diese Menschen oder Medien für mich auch keine Nazis, aber der Vorwurf der unbewußten oder bewußten Verwendung dieser Begriffe bleibt dann im Raum stehen.

Das prangere ich an, weil ich es unwürdig empfinde und die Hoffnung nicht aufgebe, dass diese Begriffe irgendwann verschwinden.

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Nazi-Rhetorik von Frau Petry (AFD)?

18.09.2016

Frau Petry verwendete also in einem Welt-Interview das Wort "völkisch" und begründete dieses:

"„Ich sperre mich dagegen, Wörter zu Unwörtern zu erklären“, sagte Petry der Welt am Sonntag. Die Gleichsetzung von „völkisch“ mit „rassistisch“ sei eine „unzulässige Verkürzung“. Die AfD-Chefin beklagte, „dass der negative Beigeschmack auf das Wort ‚Volk‘ ausgedehnt wird“. ­Petry sagte in dem Interview, dass sie den Begriff zwar selbst nicht benutze, aber ihr missfalle, dass „völkisch“ ständig nur in einem negativen Kontext benutzt werde. „Wenn er damit zu tun hat, dass es um das Volk geht, was ist daran per se negativ?“, fragte sie. Daher sollte daran gearbeitet werden, „dass dieser Begriff wieder positiv besetzt ist“." Quelle TAZ: http://www.taz.de/!5335684&SuchRahmen=Print/

Der Autor entschuldigt sich so einen langen Absatz zu zitieren, weist darauf hin, dass er diesen zitierte, als der Artikel nicht mehr aktuell war und das bei gerade solchen Anschuldigungen schon ein Zusammenhang erkennbar sein muss, da eine verkürzte Darstellung das aus dem Zusammenhang reißen würde:

Denn Frau Petry autorisierte scheinbar den Artikel auf  juristisch sicheren Terrain:  Nein,  sie verwendet den Begriff  nicht selbst, setzt sich aber dann dafür ein, dass Unwörter unzulässig dargestellt werden.

Nein, bei solchen juristischen Tricks macht der Autor dieser Webseite nicht mehr mit und distanziert sich eindeutig vom Begriff "völkisch".

Wikipedia schreibt zum Begriff völkisch

"Bei der Zuschreibung völkisch handelt es sich um eine alte Ableitung von Volk, die seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts in der Sprache des Alltags, der Medien und der Politik von Bedeutung wurde. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Wort dort seltener verwendet, wird aber seit dem Erstarken entsprechender Bewegungen in Deutschland zu deren Beschreibung in jüngster Zeit wieder vermehrt herangezogen." Quelle Wikipedia völkisch

Also bereits vor dem Nationalsozialismus verwendet wurde obwohl dann ein paar Absätze später dasteht:

"Das Adjektiv völkisch ist eine alte und lange nur selten verwendete Ableitung von Volk, in der diesem Wort eigenen historisch großen Bedeutungsbreite von „Kriegsvolk“ über die Sammelbezeichnung für sozial definierte Menschengruppen („gemeines Volk“, „Unterschichten“ bzw. „Bevölkerungsmehrheit“ in Unterscheidung zu den „herrschenden Schichten“) bis hin zur ethnischen Füllung („Wir sind ein Volk“), wie sie in Reaktion auf die Französische Revolution in Deutschland im 19. Jahrhundert aufkam und mit Namen verbunden ist wie Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt und Johann Gottlieb Fichte, der bereits 1811 völkisch als Erklärung für deutsch gebrauchte. Hermann von Pfister schlug 1875 vor, den Ausdruck völkisch als Verdeutschung von national zu verwenden.[1] ;Das Suffix -isch enthält eine abwertende Komponente, wie sie -lich in volklich nicht enthält (vgl.: kindisch – kindlich)"
Quelle Wikipedia: Entstehungsgeschichte von völkisch

Wir halten fest, ein oft seltenes Wort, dass von der Naziideologie entwickelt wurde: Die Wiedervereinigung von der DDR mit dem Ruf "Wir sind ein Volk" beruht dann wohl auf eine ethnische Füllung?


Dann vergleichen die Moderatoren völkisch mit kindisch, welches eher eine linke Utopie, als eines seriöse Sprachforschung darstellt:

Aus Demokratie wird demokratisch, Plural - pluralistisch oder Optimsmus optimistisch - Wie passt das in das abwertende Konzept von der Adjektivierung mit der Endung von -isch?

Nein, das -isch als Wendung übt keine Abwertung von einem Substantiv und verändert keine Bedeutung des Substantiv.

Kind und Volk haben auch keinen gemeinsamen Wortstamm und kein Mensch auf dieser Welt im Bürgertum vervendet deshalb -lich: volklich ist das Quark, wie kein Mensch auch demokratlich verwendet - es ist schlichtweg falsch!


In "mein Kampf" von A. Hitler, dass inzwischen nicht mehr urheberrechtlich durch den Staat Bayern geschützt ist wird der Begriff in diversen und diskriminierenden Formen benutzt:


"Diese Entwicklung machte bei mir sehr schnelle Fortschritte, so daß ich schon mit fünfzehn Jahren zum Verständnis des Unterschiedes von dynastischem "Patriotismus" und völkischem "Nationalismus" gelangte; und ich kannte damals schon nur
mehr den letzteren. " Quelle, Mein Kampf (Kampf um das Deutschtum), Seite 4

Das Wort völkisch wird dabei auch dem Judentum zugeschrieben:

"Eine große Bewegung unter ihnen, die in Wien nicht wenig umfangreich war, trat auf das schärfste für die Bestätigung des völkischen Charakters der Judenschaft ein: der Zionismus." Seite 23


"Dafür entwickelten sich nun im Zeitalter des Nationalitätenprinzips in den verschiedenen Ländern völkische Kräfte, deren Überwindung in eben dem Maße schwer werden mußte, als sich am Rande, der Monarchie Nationalstaaten zu bilden begannen, deren Staatsvölker, rassisch mit den einzelnen österreichischen
Volkssplittern verwandt oder gleich, nunmehr ihrerseits mehr Anziehungskraft auszuüben vermochten, als dies umgekehrt dem Deutschösterreicher noch möglich war. " S. 30

"Erst dadurch aber erhielten die völkisch-politischen Instinkte ihre geistige Grundlage und Vertiefung. Es mußte so einmal der Zeitpunkt herannahen, da diese Triebkräfte der einzelnen Völker mächtiger wurden als die Kraft der gemeinsamen Interessen,
und dann war es um Österreich geschehen." S. 30

"Das alte Österreich war mehr als ein anderer Staat gebunden an die Größe seiner Leitung. Hier fehlte ja das Fundament des Nationalstaates, der in der völkischen Grundlage immer noch eine Kraft der Erhaltung besitzt, wenn die Führung als solche auch noch so sehr versagt.", S. 30

"Allein als der Brand endlich ausbrach, da wurde die Glut schon weniger durch soziale, gesellschaftliche oder auch allgemeine politische Ursachen angefacht als vielmehr durch Triebkräfte völkischen Ursprungs. " S. 30


"Da jede Regierungsgewalt selbstverständlich die Pflicht der Erhaltung der Staatsautorität für sich in Anspruch nimmt, mag sie auch noch so schlecht sein und die Belange eines Volkstums tausendmal verraten, so wird der völkische Selbsterhaltungstrieb bei Niederkämpfung einer solchen Macht, zur Erringung der Freiheit oder Unabhängigkeit, dieselben Waffen zu führen haben, mittels deren der Gegner sich zu halten versucht. Der Kampf wird demnach so lange mit "legalen" Mitteln gekämpft werden,
solange auch die zu stürzende Gewalt sich solcher bedient; es wird aber auch nicht vor illegalen zurückzuschrecken sein, wenn auch der Unterdrücker solche anwendet." S. 31


"Der Trieb der Arterhaltung ist die erste Ursache zur Bildung menschlicher Gemeinschaften. Damit aber ist der Staat ein völkischer Organismus und nicht eine wirtschaftliche Organisation." S 38

"Die scharfe Scheidung des Börsenkapitals von der nationalen Wirtschaft bot die Möglichkeit, der Verinternationalisierung der deutschen Wirtschaft
entgegenzutreten, ohne zugleich mit dem Kampf gegen das Kapital überhaupt die Grundlage einer unabhängigen völkischen
Selbsterhaltung zu bedrohen." S. 40, Kampf gegen internationales Kapital"

"ihnen ist das Lügen genau so Lebensnotwendigkeit wie der Katze das Mausen; ist doch ihre Aufgabe nur, dem Volke das völkische und nationale Rückgrat
zu brechen, um es reif zu machen für das Sklavenjoch des internationalen Kapitals und seiner Herren, der Juden. " S. 31

"Die Herrschaft des Juden im Staate erscheint schon so gesichert, daß er sich jetzt nicht nur wieder als Jude bezeichnen darf, sondern auch seine völkischen und politischen letzten Gedankengänge rücksichtslos zugibt. Ein Teil seiner Rasse bekennt sich schon ganz offen als fremdes Volk, nicht ohne dabei auch wieder zu lügen. Denn indem der Zionismus der anderen Welt weiszumachen versucht, daß die völkische Selbstbesinnung des Juden in der Schaffung eines palästinensischen Staates seine Befriedigung fände, betölpeln die Juden abermals die dummen Gojim auf das gerissenste. Sie denken gar nicht daran, in
Palästina einen jüdischen Staat [Israel] aufzubauen, um ihn etwa zu bewohnen, sondern sie wünschen nur eine mit eigenen Hoheitsrechten ausgestattete, dem Zugriff anderer Staaten entzogene Organisationszentrale ihrer internationalen Weltbegaunerei; einen Zufluchtsort überführter Lumpen und eine Hochschule werdender Gauner.", Seite 40

"sondern das granitene Fundament zu schaffen, auf dem dereinst ein Staat bestehen kann, der nicht einen
volksfremden Mechanismus wirtschaftlicher Belange und Interessen, sondern einen völkischen Organismus darstellt:Einen germanischen Staat deutscher Nation."

"Deutschland wurde wehrlos, nicht weil Waffen mangelten, sondern weil der Wille fehlte, die
Waffe für die völkische Forterhaltung zu wahren."

"Ganz gleich also, von welchem Gesichtspunkte aus man die Möglichkeit einer Wiedererringung unserer staatlichen und völkischen Unabhängigkeit prüft,"

"...,wenn die innere völkische Solidarität unserer Nation nicht wiederhergestellt wird. "

"Die gleichen Gewerkschaften, fanatisch national in politischen und völkischen Belangen geleitet, würden Millionen Arbeiter zu wertvollsten Gliedern ihres Volkstums machen ohne Rücksicht auf die im einzelnen stattfindenden Kämpfe in rein wirtschaftlichen Belangen. "

"Deutschvölkische Wanderscholaren"

"Es ist Wortklauberei und Spiegelfechterei, wenn irgendein bezopfter völkischer
Theoretiker, dessen praktische Erfolge im umgekehrten Verhältnis zu seiner Weisheit stehen, sich einbildet, den Charakter, den jede junge Bewegung als Partei besitzt, zu ändern durch eine Änderung ihrer Bezeichnung."

"Wenn irgend etwas unvölkisch ist, dann ist es dieses Herumwerfen mit besonders altgermanischen Ausdrücken, die weder in die
heutige Zeit passen, noch etwas Bestimmtes vorstellen, sondern leicht dazu führen können, die Bedeutung einer Bewegung im äußeren Sprachschatz derselben zu sehen."

"Überhaupt habe ich schon damals und auch in der Folgezeit immer wieder vor jenen deutschvölkischen Wanderscholaren warnen müssen, deren positive Leistung immer gleich Null ist, deren Einbildung aber kaum übertroffen zu werden vermag."

"Wehe aber, wenn man solchen Leuten eine junge Bewegung ausliefert! So wenig ein Geschäftsmann, der in vierzigjähriger Tätigkeit ein
großes Geschäft konsequent vernichtete, zum Begründer eines neuen taugt, so wenig paßt ein völkischer Methusalem"

"{397 Ablehnung des Wortes "völkisch"}
der Jude hat allen Grund, diese völkischen Komödianten zu schonen, sie sogar den wirklichen Verfechtern eines kommenden deutschen Staates vorzuziehen. "

"Allerdings sind aus diesem Grunde die größten Feinde einer einheitlichen, stramm geführten und geleiteten Bewegung auch in den Kreisen dieser völkischen Ahasvere zu finden."

Das Wort völkisch wird in einem Kapitel von mein Kampf abgelehnt:

"{397 Ablehnung des Wortes "völkisch"}

der Jude hat allen Grund, diese völkischen Komödianten zu schonen, sie sogar den wirklichen Verfechtern eines kommenden deutschen Staates vorzuziehen. Dabei sind diese Menschen noch maßlos eingebildet, wollen, trotz aller Beweise ihrer vollkommenen Unfähigkeit, alles besser verstehen und werden zu einer wahren Plage für die geradlinigen und ehrlichen Kampfer, denen Heldentum nicht nur in der Vergangenheit verehrungswürdig erscheint, sondern die sich auch bemühen, der Nachwelt durch eigenes Handeln ein gleiches Bild zu geben.

Auch läßt es sich oft nur schwer unterscheiden, wer von diesen Leuten aus innerer Dummheit oder Unfähigkeit handelt, oder wer aus bestimmten Gründen nur so tut. Besonders bei den sogenannten religiösen Reformatoren auf altgermanischer Grundlage habe ich immer die Empfindung, als seien sie von jenen Mächten geschickt, die den Wiederaufstieg unseres Volkes nicht wünschen. Führt doch ihre ganze Tätigkeit das Volk vom gemeinsamen Kampf gegen den gemeinsamen Feind, den Juden,
weg, um es statt dessen seine Kräfte in ebenso unsinnigen wie unseligen inneren Religionsstreitigkeiten verzehren zu lassen.
Gerade aus diesen Gründen aber ist die Aufrichtung einer starken Zentralgewalt im Sinne der unbedingten Autorität der Führung in der Bewegung nötig. Nur durch sie allein kann solchen verderblichen Elementen das Handwerk gelegt werden.
Allerdings sind aus diesem Grunde die größten Feinde einer einheitlichen, stramm geführten und geleiteten Bewegung auch in den Kreisen dieser völkischen Ahasvere zu finden. Sie hassen in der Bewegung die Macht, die ihren Unfug steuert.

Nicht umsonst hat die junge Bewegung sich einst auf ein bestimmtes Programm festgelegt und das Wort "völkisch" dabei nicht verwendet. Der Begriff völkisch ist infolge seiner begrifflichen Unbegrenztheit keine mögliche Grundlage für eine Bewegung und bietet keinen Maßstab für die Zugehörigkeit zu einer solchen. Je undefinierbarer dieser Begriff praktisch ist, je mehr und umfangreichere Deutungen er zuläßt, um so mehr steigt aber auch die Möglichkeit sich

{398 Ablehnung des Wortes "völkisch"}

auf ihn zu berufen. Die Einschiebung eines derart unbestimmbaren und so vielseitig auslegbaren Begriffes in den politischen Kampf führt zur Aufhebung jeder strammen Kampfgemeinschaft, da diese es nicht verträgt, dem einzelnen die Bestimmung seines Glaubens und Wollens selbst zu überlassen.

Es ist auch schandbar, was sich heute alles mit dem Wort "völkisch" auf der Kappe herumtreibt, wieviel Leute ihre eigene Auffassung aber diesen Begriff haben. Ein bekannter Professor in Bayern, ein berühmter Kampfer mit geistigen Waffen und reich an ebenso geistigen Marschleistungen nach Berlin, setzt den Begriff völkisch monarchischer Einstellung gleich. Das gelahrte Haupt hat freilich bisher vergessen, die Identität unserer deutschen Monarchen der Vergangenheit mit einer völkischen
Auffassung von heute näher zu erklären. Ich fürchte auch, daß dies dem Herrn schwer gelingen würde. Denn etwas Unvölkischeres als die meisten deutschen monarchischen Staatsgebilde kann man sich gar nicht vorstellen. Wäre es anders, sie waren nie verschwunden, oder aber ihr Verschwinden böte den Beweis für die Unrichtigkeit der völkischen Weltanschauung.

So legt jeder diesen Begriff aus, wie er es eben versteht. Als Grundlage aber für eine politische Kampfbewegung kann eine solche Vielfältigkeit der Meinungen nicht in Frage kommen.

Von der Weltfremdheit und besonders der Unkenntnis der Volksseele dieser völkischen Johannesse des zwanzigsten Jahrhunderts will ich dabei ganz absehen. Sie wird genügend illustriert durch die Lächerlichkeit, mit der sie von links behandelt werden. Man läßt sie schwätzen und lacht sie aus.

Wer es aber auf dieser Welt nicht fertigbringt, von seinen Gegnern gehaßt zu werden, scheint mir als Freund nicht viel wert zu sein. Und so war auch die Freundschaft dieser Menschen für unsere junge Bewegung nicht nur wertlos, sondern immer nur schädlich, und es war auch der Hauptgrund, warum wir erstens den Namen "Partei" wählten — wir durften hoffen, daß dadurch allein schon ein ganzer Schwarm dieser völkischen Schlafwandler von uns zurückgescheucht würde, und warum wir uns zweitens als
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei bezeichneten. Der erste Ausdruck brachte uns die Altertumsschwärmer vom Leibe, die Wortmenschen und äußerlichen Sprücheklopfer der sogenannten "völkischen Idee", der zweite aber befreite uns von dem ganzen Troß der Ritter mit dem "geistigen Schwert", all der Jammerlappen, die die "geistige Waffe" als Schutzschild vor ihre tatsächliche Feigheit halten. Es versteht sich von selbst, daß wir in der Folgezeit besonders von diesen letzteren am schwersten angegriffen wurden, natürlich nicht tätlich, sondern nur mit der Feder, wie dies von einem solchen völkischen Gänsekiel ja nicht anders zu erwarten ist
"

"Sobald solch ein völkischer Nachtfalter sich auf den Wert der "Stille" beruft, kann man tausend gegen eins wetten, daß er in ihr nicht produziert, sondern stiehlt, stiehlt von den Früchten der Arbeit anderer. "



Fazit: Das Adjektiv völkisch wurde 38 Mal in mein Kampf verwendet: Hitler selbst lehnt das Wort in einem Artikel mit der Überschrift "Ablehnung des Wortes völkisch" ab, definiert dieses und verwendet es unangemessen gegen die jüdische Bevölkerung in mehreren Zitaten.

Dennoch lehnt A. Hitler in mein Kampf  mit der Begründung ab:

"
Der Begriff völkisch ist infolge seiner begrifflichen Unbegrenztheit keine mögliche Grundlage für eine Bewegung und bietet keinen Maßstab für die Zugehörigkeit zu einer solchen. Je undefinierbarer dieser Begriff praktisch ist, je mehr und umfangreichere Deutungen er zuläßt, um so mehr steigt aber auch die Möglichkeit sich auf ihn zu berufen. "

Adolf Hitler verwendet oder gesteht der zionistischen Menschen eine "völkische Idee" (Theodor Herzl spricht selbst im Buch Judenstaat von einer Volksidee ) oder Identität jedenfalls nicht zu:

"
Denn indem der Zionismus der anderen Welt weiszumachen versucht, daß die völkische Selbstbesinnung des Juden in der Schaffung eines palästinensischen Staates seine Befriedigung fände, betölpeln die Juden abermals die dummen Gojim auf das gerissenste. "

Zwar ist "völkisch" ein Wort der Naziideologie, aber eben auch ein Adjektiv von dem Wort Volk, welches nun einmal nicht unter dem Verdacht liegt, eines Stütze der Nazi-Ideologie zu sein.

"Wir sind das Volk" war Aufruf zum Sturz der kommunistischen Diktatur.  Die Presse verneint unisono völkisch als Adjektiv der Naziideologie, wobei Adolf Hitler sich von dem Begriff in einem Kapitel von mein Kampf distanziert, welches ein wenig fadenscheinig ist..., denn Adolf Hitler belegt es in Zusammenhang mit anderen Worten zu Kampfbegriffen der Nazi-Ideologie.

Volk gut, völkisch schlecht?

Scheinbar wurde ein "völkischer" Gedanke auch bei den Monarchisten und jüdischen Zionisten verwendet:

"Auch bürgerliche, religiöse und völkisch-nationalistische Zionisten bildeten eigene Organisationen mit je eigenen Vorstellungen vom Erreichen und Gestalten des erstrebten Judenstaats." schreibt Wikipedia z. B. über Zionismus.

"Wir sind ein Volk, ein Volk",  "in der uns umgebenden Volksgemeinschaft aufzugehen", "denn tief im Voksgemüt..", "Mittelstandsvolk", "Volkspersönlickeit", "Volksstamm", "Volkspersönlichkeit" , "Volksbedürfnisse", "Volkswohlstand", " volkstümliche", "Judenvolke", "Volksidee", "Volkserziehung", "Volksbewegung", "Volkslehrer" sind Begriffe, die im Buch Judenstaat von Theodor Herzl verwendet wurden (Quelle).

Nicht falsch verstehen, ich will nicht relativieren, aber es gibt viele Verwendungen des Wortes Volkes und wenn dann die Nazis Wörter wie Judenvolk und Volksgemeinschaft verwenden, dann sind das Wörter, die seit Theodor Herzl bereits existierten und mit denen sich Juden ebenfalls selbst belegten (Judenvolk) oder mangels Fantasie auf das eigene Volk übertrugen (Volksgemeinschaft ).

Deshalb ist es nicht einfach generell Wörter in Abrede zu stellen, denn selbst im Staatsvolk findet man dann wieder einen neutralen Begriff und im Sozialismus dann den Aufruf: Völker aller Welt, vereinigt euch...


"Wir sind das Volk" war Aufruf zum Sturz der kommunistischen Diktatur.  Die Presse verneint unisono "völkisch" als Adjektiv der Naziideologie, wobei Adolf Hitler sich von dem Begriff in einem Kapitel von mein Kampf distanziert, welches ein wenig fadenscheinig ist..., denn Adolf Hitler belegt es in Zusammenhang mit anderen Worten zu Kampfbegriffen der Nazi-Ideologie.


So ist das ein zweischneidiges Schwert und der inszenierte Medienrummel eine Woche vor der Wahl auch nicht zu 100 % zielführend.

Der Autor nimmt Frau Petry übrigens und diesen Artikel selbstverständlich mit in diese Rubrik auf. Das ist hinreichend berechtigt und unserer Geschichte geschuldet. Dennoch haben sich da andere Politiker in weitaus exponierteren Äußerungen und Positionen ebenfalls schlimm geäußert.

Allerdings muss sich die AFD vorwerfen lassen, warum sie sich für Wörter einsetzt, die bei entsprechender Definition tiefstes braunes Gedankengut widerspiegeln. Frau Petry ging hier zu weit.