Vorüberlegung beim Kauf eines Notebooks: Kriterien für Betriebssystem und Hersteller (Stand: 03.10.2010)

Einleitung

In den letzten Jahren avancierte das Netbook zum liebsten Kind der Deutschen, obwohl nun der Trend zum I-Pad mit Touchscreen nach Willen der Hersteller und touchscreenverrückten Käufer das Netbook verdrängen wird.

Meinung des Sternenhimmelstuermers: Käufer, macht mal ruhig die Betaphase der Touchscreens mit Kinderkrankheiten mit, der Sternenhimmelstuermer freut sich dann irgendwann auf ein ausgereiftes und billiges System. Auch beim I-Phone sind erst mit G3 und G4 featuremäßig (Viedeofunktionen, Akkuleistung...) ausgereifte Modelle auf den Markt gekommen, während die Menschen der ersten Stunde (G1) sich sicherlich genauso verarscht wie Vista-User (selbst das einfache Kopieren wurde bis zum ersten Update nach einem halben Jahr zur Herausforderung) und Asus Eee-Pc 700-Nutzer vorkamen.

Daher beginnt dieser Erfahrungsbericht auch mit der unrühmlichen Historie einer tollen Idee, deren Magie sich auch der Autor nicht entziehen konnte: Der Wunsch nach uneingeschränkter Mobilität. Aus diesem Grund bestellte der Sternenhimmelstuermer bei Amazon das Toshiba NB305-105 Netbook.

Inhaltsangabe

Das Netbook, eine teilweise unrühmliche Geschichte (keine Tipps, aber für das Verständnis wichtig)
Das Betriebssystem - Punkt 1 für die Kaufentscheidung und Hardware des Netbooks
Die Kaufentscheidung

Das Netbook, eine teilweise unrühmliche Geschichte


Der Beginn der Geschichte des Netbooks/Netbooks lag Ende der 90`er Jahre mit der Einführung von dem Mininotebook, welches in Asien schnell beliebtheit erlangte, sich aber in Europa nicht durchsetzen konnte. In Deutschland war das Libretto von Toshiba für stolze 5.000 DM das erste bekannte dieser Art - Quelle: Wikipedia.  Richtig durchsetzen konnte sich hingegen erst der Asus Eee PC 700, der eben kein Atomprozessor hatte, sondern einen heruntergetakteten Celeron (Leistungsbeschreibung - siehe oben angegeben Link).

Der Hype auf den Asus ist unmittelbar verbunden mit den fallenden Preisen für das Internet und der Feststellung, dass das Display eines Handys wohl eher nur für Masochisten geeignet ist. Zudem war der Markt für PC`s ziemlich gesättigt und Preise für einzelne Komponenten im freien Fall. Ein weiteres Manko, die Herstellung von lang laufenden Akkus, konnte nach Einschätzung des Autors erst in den neueren Generationen von Notebooks befriedigend gelöst werden - Netbooks stehen für Unabhängigkeit - auch von der Steckdose. Unter dem selben Problem leiden auch noch heute Handys mit Betriebssystem...

Merke: Die Entwicklung des Atomprozessors beim zweiten Ausus von Intel war eher das Aufspringen auf den fahrenden Zug und nicht Auslöser für den Erfolg des Netbooks. Hier bekam das Netbook seinen Namen und nun beginnt der unrühmliche Teil der Geschichte des Netbooks, der für den Sternenhimmelstuermer unmittelbar mit den Restriktionen der Microsoft Cooperation verbunden ist und im öffentlichen Tagebuch des Sternenhimmelstuermers verewigt wird.

Zu jener Zeit stand nämlich gerade Vista in den Startlöchern, dass nach Microsofts willen auch den Netbookbereich erobern sollte, aber von den Spezifikationen her absolut ungeeignet war. Deshalb verramschte die Microsoft Cooperation XP an die Hersteller, verbunden mit Restriktionen die die Entwicklung und Leistungsspezifikationen der Netbooks bis zum heutigen Tag bestimmen. User, die experimentierfreudig genug waren, Vista auf einem Netbook laufen zu lassen, kehrten zurück zu XP oder waren eben jahrelang unzufrieden...

Wir erinnern uns, seit der eher lachhaften Mojave Nummer und dem Vistadesaster lagen die Nerven bei der Microsoft Cooperation blank, obwohl Vista nach dem Update (SP1 und einem extra-Update) fast so gut wie XP war..(nicht von der Sicherheit her, aber von der Funktionalität und nachdem die ersten brauchbaren Grafikkarten ohne Shared Memory heraus waren, UAC halbwegs gebändigt wurde, die Kompatibilität verbessert wurde...).

Dann setzte Microsoft noch einen drauf und bot die Windows 7 Starter Version vorinstalliert an - eine Version, die nie in Europa erscheinen sollte und mit vielen Einschränkungen für die Netbookentwicklung verbunden ist.
Natürlich mit der Option zum Upgrade auf Windows 7 home.....Die großen Hersteller wie Dell, Toshiba, HP... ordneten sich klaglos dem Diktat unter, was für den Käufer sich in einer äußerst stark beschnittenen Produktauswahl - zugeschnitten auf die Einschränkungen des Betriebssystems - auswirkt. Wo ist da bitte die europäische Kommission, die diesen unseeligen Treiben Einhalt gebietet?

Auch die Grundidee, dass das Netbook um die 250,- Dollar kosten sollte, blieb leider trotz der Einschränkungen und verbilligter Softwarelizenzen auf der Strecke....

Fazit: Leider gibt es für uns windowsverrückte User keine Alternative, aber der Frust sitzt tief und die Microsoft Cooperation braucht sich nicht zu wundern, wenn die Leute zu Linux oder später Android für Netbooks wechseln. Statt Restriktionen sollte die Microsoft Cooperation ein Derivatsystem - wie für Handys - erschaffen (XP ist doch `ne prima Grundlage!).

Das Betriebssystem - Punkt 1 für die Kaufentscheidung und Hardware des Netbooks


Das Betriebssystem ist der entscheidenste Punkt, da hier Folgekosten für Wechsel des Betriebssystems, Restriktionen bei der Erweiterung des Arbeitsspeichers (einzige sinnvolle Maßnahme zur Beschleunigung des Systems) und der Größe der Festplatte liegen. Hier mal kurz zusammengefasst die Restriktionen der Microsoft Cooperation, die Sie früher oder später betreffen können ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit:

XP

a) 160 GB - Festplatte. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum alle Festplatten der Netbooks 
(Ultra Low Cost PC`s ) unter vorinstallierten XP so eine idiotische Zahl haben? Das ist dreist und verhindert eine Differenzierung von Netbooks....

b) Weiterhin sind in Ultra Low Cost PC`s unter XP nur 1 GB Speicher gestattet.
2 GB sind auch bei dem aufgeblähten XP SP3 zu empfehlen.  Der Start, das Anwenden von Programmen - alles geht durchschnittlich bis ca. 15 - 20 % schneller. Eine Aufrüstung des Betriebssystems - so weit möglich - ist in der Regel mit Kosten um die 80,- € verbunden.

Tip: ersetzen Sie die Lizenznummer durch eine alte Version ihres ausrangierten alten PC`s mit XP - gerne auch durch eine OEM. Das sollte laut Gerichtsurteil erlaubt sein, da in einem Urteil des Bundesgerichtshofs  der Verkauf von OEM-Versionen und DSP-Versionen ohne zugehörige Hardware erlaubt wurde. Demnach dürften Lizenzen auf jedem PC eingesetzt werden (Urteil vom 06.07.2000 - I ZR 244/97). Angabe ohne Gewähr - Sie müssen sich dann mit der Microsoft Cooperation nach vielleicht erfolgloser Produktaktivierung im Internet und dem Telefon auseinandersetzen...

Bei Windows 7 starter sattelt die Microsoft Cooperation noch ein wenig drauf:

- die erste Überlegung, nur drei Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen (zählte bei diesem eher verwirrten Gedanken die Firewall und das Antivirenprogramm mit?) , wurde
 im Betastadium verworfen - aufgrund der Proteste....

- Für Ästheten traurig: nix Aero, nix Umgestaltung Desktophintergrund (der Sternenhimmelstuermer wird sich diesem Problem annehmen), das liebste Kind der Deutschen wird also kosmetisch gesehen verunstaltet, bravo Microsoft Cooperation, so macht man sich Freunde. Software gab es schon, wurde aber auf Initiative der Microsoft verboten. Es gibt aber zumindest diverse kostenlose Alternativen im Internet und so muss sich die Microsoft Cooperation die Frage stellen, ob Sie sich mit dem Desktophintergrundtheater nicht ein wenig lächerlich macht. Sollen die freien Entwickler lieber in Zukunft zu einem freien System abwandern und die Kunden in die Illegalität getrieben werden und sich dann noch auf dubiosen Seiten evtl. Viren einfangen - einige Netbookuser haben ihre Netbanksoftware ebenfalls auf dem Netbook....

- 1 GB Speicher

- Die Diagonale des Displays darf 10,2 Zoll nicht überschreiten

- bei dem Prozessor muss es sich um ein Modell mit einem Rechenkern, maximal 2,0 GHz Taktfrequenz und einer Verlustleistung von höchstens 15 Watt handeln.

Das Netz ist hier in den Aussagen strittig in Bezug auf die Lockerungsgerüchte von der Microsoft Cooperation in Bezug von den angekündigten Zweikernprozessoren und Erweiterung von 1 GB auf zwei GB
Tipp: Es sieht so aus, als ob Windows 7 Starter auch mit zwei GB Arbeitsspeicher funktioniert. Der Sternenhimmelstuermer wird diese Angabe umgehend überprüfen.
Gedankenspiel: Der Sternenhimmelstuermer wird schweren Herzens einen PA3669U-1M2G - Speicherriegel für das neue Toshiba NB305-105 oder besser gesagt das Pendant der Fa. Kensington,
KINGSTON Toshiba 2GB DDR2 800MHz - PA3669U-1M2G für die Hälfte des Preises kaufen. Klappt es - schön und gut.

Klappt es nicht, so folgt der Gang zu Softwarebilliger.de für ein neues XP für 25,- €. Mal sehen, ob die Dinger wirklich lauffähig sind. Danach kann man sich die Treiber für XP von der Firmenseite von Toshiba herrunterladen - da sind die in der XP-Version - Toshiba, ich liebe Dich schon jetzt...

- 250 GB Festplatte: Reicht total, aber Videoausschluss durch Restriktion von Microsoft? Im o. a. Link wird auch hier eine Lösung angeboten - Videocodec oder Software nachrüsten - also kein Grund zur Panik!

Fazit: An der Angebotspalette der Netbooks ist deutlich erkennbar - die Ausstattungsmerkmale passen sich den Restriktionen der Microsoft Cooperation an. Der Unterschied in den Ultra Low Costs Pc`s ist bei den meisten PC`s ziemlich gering, so dass die Beschreibung der verschiedenen Hardwarekomponenten hier entfällt. Die Microsoft Cooperation scheint durch das windows anytime upgrade, den Kunden ein zweites mal zahlen lassen zu wollen - für die, die denken Microsoft verschenkt das vorinstallierte XP oder Windows 7 - nein, die verbilligten Lizenzen werden in der Preiskalkulation der Hersteller mit einbezogen. Schon aus diesem Grund ist dieser Zwangseinkauf eines vorinstallierten Systems ein wenig bedenklicher als die kostenlose Zwangsvorinstallation des Internetexplorers 8, über die sich alle Welt aufregte und die nach europäischen Recht rechtswidrig=wettbewerbswidrig war und mit einer Geldstrafe an die Microsoft Cooperation geahndet wurde.
Wo ist in diesem Fall bitte das Verfahren für einen Monopolisten, der ganz schön an der Schraube dreht.... ?
Die Kaufentscheidung


Die Bedürfnisse der Menschen sind verschieden, die Hardware der Netbooks relativ gleich.

Wichtig zu beachten:

- Arbeitsleistung auf Grund von Testberichten und nicht Benchmarks allein! Manche Netbooks sind einfach nur langsam, obwohl die Leistungsspezifikationen sich nicht unterscheiden: Mindestens Erweiterung auf zwei GB sollte möglich sein! Alles andere ist ein wenig langsam...
- Akkuleistung - hier gibt es erhebliche Unterschiede. Vorsicht: Überprüfen Sie die Versionsnummern des Netbooks - sonst bekommen Sie im Falle des Toshibas n305 z. B. den Standartakku mit drei Stunden Laufzeit, statt dem Hochleistungsakku mit sechs Zellen und 11 Stunden Laufzeit...
- Herstellerseite nach aktuelleren (meistens mit höherer Nummer wie Toshiba nb205 zu nb305) aktuelleren Versionen. Samsung brilliert z. B. im Bereich Versionsnummer - da können Sie schnell einen Fehler machen. 
- Display: Muss nicht unbedingt entspiegelt sein, aber manche Netbooks fallen hier sehr sehr unangenehm auf... Gerade Netbooks sind aber für die Arbeit draußen gedacht. Außerdem ausklappbarkeit und Stabilität des Monitors im Deckel beachten.
- Tastatur: Größe der Tasten, Druckpunkt, Ergonomie und Haltbarkeit
- Lautstärke (Lüfter) und Temperatur bei längerer Benutzung beachten!
- Soundkarte ist seit jeher scheinbar für die Hersteller Sparpunkt Nummer 1 - hey, dafür gibt es keine Restriktionen von Microsoft, aber die Hersteller scheinen zu verkennen, dass ein großer Teil der User auch mal gerne beim Arbeiten am PC Msik hört.
- Verarbeitung: Lieber ein paar Euro mehr ausgeben: Knarzen,  

Ansonsten verweist dieses Seite auf die Spezialisten:
Es wird auf die Bestenliste von Chip-Online verwiesen, wo Sie sich schnell einen Eindruck machen können. Danach die Empfehlung, Testberichte auszugooglen. Hier sind die Negativberichte ausschlaggebend und nicht die langen und stilistisch Lobeshymnen von PR-Agenten?!


Danach die Herstellerseite des Netbooks aufsuchen
. Tipp: Meistens ist im Downloadbereich des Herstellers auch eine Anleitung im PDF-Format erhältlich - ist die beste Quelle.

Warum sich der Sternenhimmelstuermer für das Toshiba: NB 305 entschied: Toshiba kann auf eine lange Tradition zurückblicken (Libretto war erstes Mininotebook in Deutschland). Die solide Verarbeitung wurde in diversen Testberichten gelobt, bis zu 11 Stunden Akkulaufzeit (bin auch nicht sauer, wenn dabei acht Stunden herauskommen...), das Helle Display (das nach subjektiven Berichten immer einen guten Eindruck hinterließ - auch im Freien und obwohl es nicht entspiegelt ist), die außerordentlich gute Festplatte, Arbeitsspeicher für Erweiterung leicht zu erreichen, fast lautlos....Hey, bin mal gespannt, wo die Abstriche liegen.

Zudem die Abwicklung über Amazon, keine Versandgebühren....

Um den geneigten Leser wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen, eine häßliche Begleiterscheinung, die sämtliche PC - Hersteller, Laptops und Netbooks betrifft: Die Vorinstallation sogenannter Crapware: Ganz vorne natürlich die Microsoft Cooperation mit einer Version von Office 2007 auf einem Netbook, dessen Arbeitsleistung immer noch offiziell bei 1 GB für XP und windows starter liegt. Tja, so die erste Empfehlung des Sternenhimmelstuermers - weg damit!:
"Das neue System wird ohne CD und mit jeder Menge Crapware (zeitlich beschränkte Testversionen von z. B.  Microsoft Office, McAfee, Norton usw.) geliefert. Ärgerlich und Überflüssig. Mit der Freeware pc-decrapifier-2.0.0.exe können sie weitestgehend Crapware entfernen. Die Software ist richtig gut und ca. 500 MB sind gewonnen." schrieb der Sternenhimmelstuermer bereits beim Kauf seines letzten PC's.

Nun, es hat sich wenig verändert. Eigentlich lässt sich mit diesem Link und zusätzlich der Informationen im pc-derapifier Link zu Chip online ihr System etwas reinigen - Narben bleiben....eine Schande, wo bleiben gesetzliche Regelungen, dass nicht jeder seinen Werbemüll auf dem Pc abladen darf! Nachtrag: Besser geht es mit dem Rempval Tool von Mcafee, wie es im u. a. Link ausführlich beschrieben wird.

Diese Abhandlung endet hier, aber es werden sachorientierte und kürzere Abhandlungen bzw. Tipps folgen. Dann über das neuste Kind des Sternenhimmelstuermers - hoffentlich steckt das nicht gerade in der Pubertät...

Nachtrag 08.08.2010: Einen ersten Testbericht mit nützlichen Tipps und userbezogenen Rechtstipps für das Toshiba nb305-105 finden Sie hier.